Fantasy und Science Fiction

Terry Pratchett & Neil Gaiman – Ein gutes Omen

Aus aktuellem Anlass eine Rezension zu einem meiner absoluten Lieblingsbücher! Die Serienadaption „Good Omens“ läuft seit Ende Mai bei Amazon Prime und ich habe die ersten beiden Folgen bereits gesehen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was macht das Buch anders, besser oder schlechter?

Die Hüllen werden fallen gelassen

Das deutsche Softcover gibt eine ganz ordentliche Vorschau auf den Inhalt ab: Es wird wahnsinnig chaotisch und wahnsinnig witzig. Das englische Cover ist da stilvoller gehalten und lässt weniger erahnen. Die Hauptcharaktere im Seriencast finde ich sehr gut getroffen, so ähnlich hätte ich mir Erziraphael und Crowley auch vorgestellt. Dass im Gesamtcast im Vergleich zu den Buchcharakteren mehr Wert auf Vielfalt gelegt wird, finde ich persönlich stark. Das Buch ist schließlich 30 Jahre alt, da schaden Charaktere, die die aktuelle Bevölkerung besser integrieren, überhaupt nicht. Und dann war da ja noch Gott… Aber dazu später mehr.

Die Handlung

Der Antichrist wird auf die Erde gesandt und läutet den Anfang vom Ende der Welt ein. Die Mächte des Guten und Bösen bereiten sich auf die finale Schlacht vor. Alle Mächte des Guten und Bösen? Nein, ein einsames Duo leistet noch Widerstand – unbemerkt von allen anderen.
Engel Aziraphael und Dämon Crowley finden das Leben auf der Erde nämlich ganz nett, wenn auch aus vollkommen unterschiedlichen Gründen. Dass das alles jetzt schon enden soll, wollen die beiden unbedingt verhindern und tun sich zusammen.

Zwischendurch werden die vier Motorradfahrer der Apokalypse auf die Welt losgelassen, der Antichrist bekommt seinen eigenen Schoßhund und tibetanische Mönche graben Tunnel durch den Erdkern. Es ist ein wilder Ritt.

Das biblischste Zitat

„Einer seiner Mitarbeiter wollte es moch genauer wissen und verkündete schließlich triumphierend, die Erde sei am Sonntag, dem 21. Oktober 4004 v. Chr., um genau neun Uhr erschaffen worden – offenbar pflegte Gott seine Arbeit morgens zu erledigen, wenn er sich noch frisch fühlte.
Der Assistent des Erzbischofs irrte sich. Um fast eine Viertelstunde.“

Die höllisch gute Bewertung

Die Handlung nimmt die Bibel und Religion an sich aufs Korn und das mit einem Witz und einer Leichtigkeit, die ihresgleichen sucht. Das ganze wird stellenweise so absurd und verdreht, dass ich laut lachen musste. Die Charaktere sind ausgesprochen originell und es finden sich keinerlei erzählerische Längen. Das Buch ist von hinten bis vorne ein Genuss mitsamt sehr befriedigendem Ende. Ich würde auch 11 von 10 Äpfeln geben, aber so viele hab ich nicht.

Bei der Serie habe ich momentan das Gefühl, dass die Pointen insgesamt ein wenig schlechter sitzen als im Buch und dass sie dadurch der Großartigkeit des Buches ein wenig hinterherhinkt. Aber ich habe ja auch noch ein paar Folgen vor mir. Die weibliche Stimme zu Beginn ist übrigens Gott. Ja, Gott spricht mit weiblicher Stimme! Was für ein Spitzeneinstieg in die Serie!

Gaiman meint übrigens, Serie und Buch komplementieren einander. Der Grund, warum in Crowleys Auto Queen läuft, wird zum Beispiel nur im Buch erklärt. Es schadet also sicher nicht, Buch und Serie zu kennen.

6 Kommentare

  • Buchperlenblog

    Hallo!
    Ich liebe Neil Gaiman und ich habe alles von ihm erschienene bisher mehrfach verschlungen – außer Good Omens. Warum? Weil ich Angst davor habe, dass es mir zu überdreht, zu aberwitzig ist. Ich weiß, dass Pratchett und Gaiman beste Freunde waren, aber als ich mich an einen Scheibenwelt-Roman gewagt habe, fiel der Witz partout bei mir hinten raus. Das war mir alles zuuuu witzig, so blöd es klingt. Vllt schiebe ich das Buch deshalb vor mir her? Trotzdem – und schon allein weil ich die Adaption sehen möchte – werd ich mich wohl doch mal ranwagen. Danke für die Erinnerung!

    Liebe Grüße!
    Gabriela

  • Wutzkopf

    Ich habe sonst von Terry Pratchett noch nichts gelesen, aber „Ein Gutes Omen“ ist auf jeden Fall deutlich komischer als die anderen Bücher von Neil Gaiman. Ich hoffe, du kannst trotzdem etwas damit anfangen, der Humor ist schon manchmal speziell. Sehr religionskritisch teilweise.

    Was ist denn dein Lieblingsbuch von Neil Gaiman?

    • Buchperlenblog

      Hm! Gute Frage. Ich verehre Neil Gaiman regelrecht, da kann ich mich gar nicht so sehr auf ein spezielles BUch festlegen … Ich mag den Sternwandeer sehr sehr gern, oder den Ozean am Ende der Straße, oder AMerican Gods … oder aber seine Kurzgeschichten. Smoke & Mirrors ist bei mir schon völlig zerlesen. 😀

      • Wutzkopf

        Ja den Ozean am Ende der Straße finde ich auch toll. Und Niemalsland. Hast du dir mal seine Nonfiction angesehen? Also „The View From The Cheap Seats“ oder „Make Good Art“? Finde ich auch sehr interessant. Und hast du das Graveyard-Buch gelesen? Das finde ich absolut großartig!

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