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Rezension

„Why We Matter – das Ende der Unterdrückung“ von Emilia Roig

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2021

Im ersten Moment sagte mir der Name der Autorin, Emilia Roig, wenig. Erst auf den letzten Seiten von “Why We Matter” fand ich heraus, dass Roig ein Wissenschafts-Star ist, die in Deutschland, Frankreich und den USA lehrt! Sie ist Politikwissenschaftlerin, Aktivistin und Gründerin des Center for Intersectional Justice und ich hatte sogar bereits etwas von ihr gelesen: In “Nerds retten die Welt” wird Roig von Sibylle Berg zu Intersektionalität, Feminismus und Rassismus interviewt. Was sie dort anreißt, lässt sich in “Why We Matter” deutlich ausführlicher und persönlicher nachlesen.

“The Impure – Buch 1” von Ralf Singh und Hannes Radke

Bis vor kurzem waren mir Ralf Singh und Hannes Radke noch kein Begriff. Obwohl beide schon seit mehreren Jahren (nicht nur) in der deutschsprachigen Comicbranche aktiv sind, waren sie bisher unter meinem Radar geblieben. Als ich dann aber zum ersten Mal von “The Impure” hörte, war ich sofort neugierig. Das Cover und die Sci-Fi-Geschichte um zwei Geschwister auf unterschiedlichen Seiten eines Krieges haben definitiv mein Interesse geweckt. Nach einer wohl sehr erfolgreichen Kickstarter-Kampagne ist nun Band 1 (von 4) bei Cross Cult erschienen und da stellt sich mir die Frage: Hält der Comic, was er verspricht?

„Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin“ von R. F. Kuang

Fantasy, geschrieben von einer Autorin, spielend in einer an das feudale China angelehnten Welt und mit einem Mädchen als Hauptfigur. Wenn das nicht mal etwas erfrischend Neues ist!

Das waren die ersten Zeilen meiner Rezension zum ersten Band der Trilogie: „Im Zeichen der Mohnblume – die Schamanin“. Das Mädchen ist inzwischen eine Frau, sonst hat sich nicht viel geändert. Es freut mich sehr, dass diese Geschichte, die zumindest ein Stück weit die ausgetretenen Fantasy-Pfade verlässt, auch in Deutschland verlegt wird und Aufmerksamkeit erfährt.

„Der Hof der Wunder“ von Kester Grant

Stell dir vor, die französische Revolution wäre gescheitert und in den Jahren danach herrschte das Gesetz des Dschungels in den Pariser Straßen. Ein “Tiger“ terrorisiert die Unterwelt und nur die „schwarze Katze“ wagt es, sich seinem Terror entgegenzustellen, soweit die Ausgangslage in „Der Hof der Wunder“. Allerdings sind in dem Roman rund um die neun Pariser Verbrechergilden nicht nur Elemente des Dschungelbuchs zu finden, auch eine dicke Brise „Les Miserables“ ist beigefügt. So begegnet Protagonistin Nina unter anderem Valjean, Javert und Thénardier. Glücklicherweise ist der Cast im Buch deutlich diverser als im Musical.

Kester Grants Erstlingswerk „The Court of Miracles“ ist im Juni 2020 im englischen Original erschienen. Groß war daher meine Überraschung, dass die deutsche Übersetzung es in einer broschierten Variante im Dezember 2019 auf die Ladentische geschafft hatte. Das muss ja ein richtiger Verlagscoup von Piper gewesen sein. Anfang November ist nun das Taschenbuch mit neuem Cover erschienen. Kommen wir also zur wichtigsten Frage: Wie lesenswert ist der Dschungelbuch-Les Miserables-Mix ohne Gesang denn nun?

“Die schwarze Schar” von Nicholas Eames

In “die schwarze Schar” gibt es keine Schar, nur eine Horde. Und die ist auch nicht schwarz, sie fault bloß langsam vor sich hin. Die Hauptfigur hat rotes Haar und nennt sich “die blutige Rose”, wiederzufinden im englischen Originaltitel des Buches, “Bloody Rose”. Das Problem mit den deutschen Titeln englischer Bücher ist nicht neu, das letzte Mal habe ich mich darüber bei Joe Abercrombies “Zauberklingen” aufgeregt. Dieses Mal will ich den Ärger in Kreativität umwandeln und habe deshalb Ideen für einen passenderen Titel gesammelt:

  • Die blutige Rose (offensichtlich)
  • Die tote Horde (schließlich kommt eine tote Horde auch tatsächlich darin vor)
  • Vom Barden zum Helden. Ein Handbuch (Wer erschießt sonst schon einen Zyklopen mit einem einzigen Pfeil?)
  • Die Liebe in Zeiten der untoten Horde (hm… dank Corona zu ausgelutscht)
  • Wyldes Herz (im Buch ein Synonym für Abenteuerlust)
  • Girls just want to have fun (… und zwar ohne Ende!)

Falls die Stelle als Titelübersetzer*in bei Heyne (welch Zufall, selber Verlag wie bei den Zauberklingen) demnächst frei wird, meine Bewerbung ist hiermit eingereicht =)

Guardians of the Galaxy (2019) 1

Der #ComicMärz ist tot, lang lange das Comic-Jahr! Höhö. Ich gebe ehrlich zu, ich bin angefixt. Und auf meinem Stapel liegen noch so einige Comics, die ich euch in den kommenden Wochen und Monaten vorstellen werde. Den Anfang machen die neu formierten Guardians of the Galaxy, deren neue Serie von Donny Cates geschrieben und von Geoff Shaw illustriert wird.

Kompromisslos kurzweilige Comics

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

In meiner Planung sollte der Titel dieses Beitrags “Grandiose Graphic Novels” heißen. Von Graphic Novels hatte ich bisher nur eine vage Vorstellung, dachte aber, das wären in einem Band zu Ende erzählte Geschichten im Gegensatz zu dem seriellen Ansatz traditioneller Comics. Zum Glück bin ich über diesen fantastischen Beitrag von Kathrin auf phantasienreisen.de gestolpert. Detailliert erklärt sie den Unsinn und die Marketingmasche, die hinter der Etikettierung “Graphic Novel” steckt. Deshalb wird hier in Zukunft nicht mehr von Graphic Novels die Rede sein und stattdessen gibt es “Kompromisslos kurzweilige Comics”. Bloß, was ist damit gemeint?

Unter der ominösen Überschrift sammle ich einige Empfehlungen von mir zu Geschichten, die mich besonders gut unterhalten haben UND die auch nach dem Lesen noch für Beschäftigung sorgen. Wie? Das erfahrt ihr im Beitrag. Viel Spaß damit!

“Shanghai” von Mathieu Mariolle und Yann Tisseron

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

“Shanghai” Band 1 war ein coverinspirierter Spontankauf, das gebe ich zu. Das erste Cover sieht aber auch inspirierend aus, jetzt mal ehrlich! Band 2 und Band 3 kaufte ich dann aber, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht und ob sich alle Fäden der Handlung zu meiner Zufriedenheit auflösen. Setting und Geschichte fand ich nämlich ziemlich erfrischend und unverbraucht.

Neil Gaimans Comicwelten

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

Manche kennen Neil Gaiman vielleicht aus Buchautor, zum Beispiel von „Niemalsland“ oder „Nordische Mythen und Sagen”. Anderen ist er ein Begriff durch die Serien zu seinen Büchern, „American Gods“ und „Good Omens“. Und wieder andere haben vielleicht schon die Verfilmung eines seiner Werke gesehen, „Coraline“ oder „Der Sternwanderer“.

Neil Gaiman ist aber nicht nur einer meiner Lieblingsautor*innen, weil er fantastisch schreibt, sondern weil er auch ein wahnsinnig sympathisches und einnehmendes Auftreten hat. Hörens- und sehenswerte Beispiele hierfür sind unter anderem die Audioaufnahme „An Evening with Neil Gaiman and Amanda Palmer“ (z.B. auf Spotify zu finden), sein feministisches Gedicht „The Mushroom Hunters“ oder seine Zusammenarbeit mit der UN Flüchtlingshilfe. In seiner Sammlung nonfiktionaler Texte „The View from the Cheap Seats“ ist unter anderem ein sehr bewegender Text über einen Besuch in einem Flüchtlingscamp zu lesen.

Ein sehr umtriebiger Mensch also, dieser Neil Gaiman. Wen wundert es da, dass es auch jede Menge Comics von Neil Gaiman gibt? Ein paar davon möchte ich im Rahmen des #ComicMärz näher vorstellen.

„Brennender Fels“ von N.K. Jemisin

Nora K. Jemisin ist die erste Autorin überhaupt, die mit ihrer „Broken Earth“-Trilogie drei Jahre in Folge den HUGO Award gewonnen hat. Das spricht doch schon für sich. Band eins, „Zerrissene Erde“, habe ich bereits gelesen und war begeistert. Band zwei, „Brennender Fels“ ist Anfang Februar erschienen und ich wollte – nein, ich musste – unbedingt wissen, wie es weiter geht.

“Marianengraben” von Jasmin Schreiber

Mit dem Erhalt von Jasmin Schreibers “Marianengraben” ging für mich ein großer Bloggertraum in Erfüllung: Ich hielt plötzlich eine “Advance Reading Copy” oder eine “Unkorrigierte Werkstattausgabe”, wie es wohl auf Deutsch heißt, in den Händen. Allein dafür hat sich das Bloggen seit bald einem Jahr schon gelohnt! Aber lohnt sich auch das Lesen des Buches, das am 28.02. als Hardcover in den Buchläden erscheint?

“Zauberklingen” von Joe Abercrombie

Mein Buch des Jahres 2019 war “A Little Hatred” von Joe Abercrombie und ich habe hier bereits ausführlich über das Buch geschwärmt, es war für mich das Buch des Jahres 2019 und ich habe bereits zwei signierte Editionen bei mir im Regal stehen. Seit dem 10. Februar ist nun auch die deutsche Übersetzung mit dem Titel “Zauberklingen” im Buchhandel erhältlich. Dank dem Bloggerportal hatte ich das große Vergnügen, die Geschichte noch einmal auf deutsch zu lesen. Dabei fand ich die Übersetzung größtenteils sehr gelungen, bin aber von einer Entscheidung wahnsinnig genervt.

„Trotz alledem“ von Hannes Wader

„Ein Mann, ein Wort.“ Dieses ohnehin sexistische Sprichwort trifft sicher nicht auf den Liedermacher Hannes Wader zu, schließlich ist seine Autobiographie ganze 592 Seiten dick. Die Leser*in begleitet dabei nicht nur Wader auf seinem Lebensweg, sondern wird auch zur Zeitzeug*in deutscher Geschichte von der Nachkriegszeit bis in die 2000er.

„Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones

Lasst uns das neue Jahr beginnen mit jeder Menge Magie, einer zauberhaften ältesten Schwester und der fiesesten Hexe, von der ich seit langem gelesen habe. Wie? So viele Frauen und das geschrieben von einer Autorin, kann das noch Fantasy sein? Kleiner Scherz, die Umstände sind zwar weiterhin prekär (hier sehr gut beschrieben), aber ich habe durchaus Hoffnung, dass der Trend zu diverseren Figuren und mehr weiblichen* Autorinnen im Rampenlicht anhält und wir irgendwann bei so etwas wie Gleichberechtigung ankommen.

“A Little Hatred” von Joe Abercrombie

Am 18. Oktober 2012 erschien “Red Country”, Joe Abercrombies letztes Buch in der “First Law”-Welt (Kurzgeschichtensammlungen zählen nicht). Das ist wichtig, weil es zeigt, wie lange ich auf “A Little Hatred” gewartet habe. Beinahe sieben Jahre. Beinahe sieben Jahre, in denen ich zwar immer wieder an meine alten Bekannten Logen Neunfinger, Großinquisitor Glokta, Monza und Calder gedacht, aber nichts neues gehört habe. Kein Brief, nichts. Jetzt sind sie alle auf einen Schlag wieder da, mitsamt ihrer Welt voller Grautöne, die niemanden unversehrt aufwachsen lässt und jeden auf die eine oder andere Weise korrumpiert. Hier gibt es kein “Gut gegen Böse” , höchstens ein “Besser gegen Schlimmer” . Gott, wie habe ich es vermisst! Aber muss ein Buch, dessen Veröffentlichung mit so vielen Versprechungen und Erwartungen einhergeht, nicht zwangsweise enttäuschen?

„Herkunft“ von Saša Stanišić

Ich habe begonnen das Buch zu lesen, aber das war eine schlechte Idee: „Herkunft“ ist kein Roman zum Lesen, es ist eine Erzählung zum Hören, zum Zuhören. Abends am Lagerfeuer. Oder woanders, egal wo, Hauptsache frau* kann sich von der Außenwelt abschotten und sich ganz der Stimme des Erzählers hingeben. Und was für ein Erzähler das ist: Saša Stanišić, der Autor höchstselbst, leiht dieser – seiner – Geschichte Glaubwürdigkeit und Dramatik, wie es niemand anderes könnte. Immer wieder habe ich mich in und zwischen den Zeilen verloren, ganz im Sog von Stanišićs Stimme.

Buchcover zu "Herkunft" von Sasa Stanisic

“Anleitung zum Widerspruch” von Franzi von Kempis

Auf Instagram bin ich über das Buch “Anleitung zum Widerspruch” gestolpert, dessen Titel und Klappentext hohe Erwartungen meinerseits geschürt haben. In einer Zeit, in der sich der Diskurs immer weiter nach rechts verschiebt – frei nach dem Motto: Das wird man jawohl noch sagen dürfen – kommt ein “Spickzettel gegen Intoleranz” gerade recht. Denn wer kennt sie nicht, die Tante, die bei der großen Familienfeier plötzlich verkündet, Frauen in Burka gehöre in den Kopf geschossen. Oder die Freundin, die Homosexualität immer noch für etwas Unnatürliches hält. Wie tritt frau* dem entgegen? Der Klappentext zum Buch verspricht Abhilfe:

“Doch was entgegnet man, wenn jemand den Klimawandel leugnet, an die BRD-GmbH glaubt oder gegen Geflüchtete hetzt? Fanzi von Kempis gibt uns fundierte Argumente und sorgfältig recherchierte Fakten an die Hand, damit wir uns sicherer fühlen, um populistischen, unwahren oder hetzerischen Parolen etwas entgegenzusetzen.

Das Buchcover von "Anleitung zum Widerspruch"

“Könige der Finsternis” von Nicholas Eames

Nachdem das Bloggerportal so freundlich war und mir ein Rezensionsexemplar von “Könige der Finsternis” zur Verfügung gestellt hat, besitze ich nun insgesamt drei Ausgaben. Herzstück des Ganzen ist die signierte englische Hardcover-Ausgabe. Man könnte also sagen, ich mag “die Könige der Finsternis”. Sehr. Es ist quasi ein Lieblingsbuch. Umso schöner, dass ich sie nun auch auf Deutsch lesen kann!

"Könige der Finsternis" in drei Ausgaben.

„Schattenspringer 3“ von Daniela Schreiter

Nun mit „Schattenspringer 3“ noch der (krönende?) Abschluss der Trilogie von Daniela Schreiter. Teil 1 fand ich toll, Teil 2 noch besser, was machen wir da also mit dem dritten Teil? Die Infos zu Autismus und Autorin/Zeichnerin sind übrigens in meiner Rezension zum ersten „Schattenspringer“ zu finden, falls jemand nachlesen möchte.

Das Cover zu „Schattenspringer 3“
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