• Fantasy und Science Fiction,  Rezensionen

    Joe Abercrombie – A Little Hatred

    Am 18. Oktober 2012 erschien „Red Country“, Joe Abercrombies letztes Buch in der „First Law“-Welt (Kurzgeschichtensammlungen zählen nicht). Das ist wichtig, weil es zeigt, wie lange ich auf „A Little Hatred“ gewartet habe. Beinahe sieben Jahre. Beinahe sieben Jahre, in denen ich zwar immer wieder an meine alten Bekannten Logen Neunfinger, Großinquisitor Glokta, Monza und Calder gedacht, aber nichts neues gehört habe. Kein Brief, nichts. Jetzt sind sie alle auf einen Schlag wieder da, mitsamt ihrer Welt voller Grautöne, die niemanden unversehrt aufwachsen lässt und jeden auf die eine oder andere Weise korrumpiert. Hier gibt es kein „Gut gegen Böse“ , höchstens ein „Besser gegen Schlimmer“ . Gott, wie habe ich es vermisst! Aber muss ein Buch, dessen Veröffentlichung mit so vielen Versprechungen und Erwartungen einhergeht, nicht zwangsweise enttäuschen?

  • Rezensionen,  Romane

    „Herkunft“ von Saša Stanišić

    Ich habe begonnen das Buch zu lesen, aber das war eine schlechte Idee: „Herkunft“ ist kein Roman zum Lesen, es ist eine Erzählung zum Hören, zum Zuhören. Abends am Lagerfeuer. Oder woanders, egal wo, Hauptsache frau* kann sich von der Außenwelt abschotten und sich ganz der Stimme des Erzählers hingeben. Und was für ein Erzähler das ist: Saša Stanišić, der Autor höchstselbst, leiht dieser – seiner – Geschichte Glaubwürdigkeit und Dramatik, wie es niemand anderes könnte. Immer wieder habe ich mich in und zwischen den Zeilen verloren, ganz im Sog von Stanišićs Stimme.

    Buchcover zu "Herkunft" von Sasa Stanisic
  • Rezensionen,  Sachbücher

    „Anleitung zum Widerspruch“ von Franzi von Kempis

    Auf Instagram bin ich über das Buch „Anleitung zum Widerspruch“ gestolpert, dessen Titel und Klappentext hohe Erwartungen meinerseits geschürt haben. In einer Zeit, in der sich der Diskurs immer weiter nach rechts verschiebt – frei nach dem Motto: Das wird man jawohl noch sagen dürfen – kommt ein „Spickzettel gegen Intoleranz“ gerade recht. Denn wer kennt sie nicht, die Tante, die bei der großen Familienfeier plötzlich verkündet, Frauen in Burka gehöre in den Kopf geschossen. Oder die Freundin, die Homosexualität immer noch für etwas Unnatürliches hält. Wie tritt frau* dem entgegen? Der Klappentext zum Buch verspricht Abhilfe:

    „Doch was entgegnet man, wenn jemand den Klimawandel leugnet, an die BRD-GmbH glaubt oder gegen Geflüchtete hetzt? Fanzi von Kempis gibt uns fundierte Argumente und sorgfältig recherchierte Fakten an die Hand, damit wir uns sicherer fühlen, um populistischen, unwahren oder hetzerischen Parolen etwas entgegenzusetzen.

    Das Buchcover von "Anleitung zum Widerspruch"
  • Fantasy und Science Fiction,  Rezensionen

    „Könige der Finsternis“ von Nicholas Eames

    Nachdem das Bloggerportal so freundlich war und mir ein Rezensionsexemplar von „Könige der Finsternis“ zur Verfügung gestellt hat, besitze ich nun insgesamt drei Ausgaben. Herzstück des Ganzen ist die signierte englische Hardcover-Ausgabe. Man könnte also sagen, ich mag „die Könige der Finsternis“. Sehr. Es ist quasi ein Lieblingsbuch. Umso schöner, dass ich sie nun auch auf Deutsch lesen kann!

    "Könige der Finsternis" in drei Ausgaben.
  • Comics und Graphic Novels,  Rezensionen

    „Schattenspringer 2“ von Daniela Schreiter

    Nach dem Ende von „Schattenspringer“ habe ich noch am selben Abend mit dem Lesen des zweiten Bandes angefangen. Ich wollte unbedingt noch mehr über Danielas Leben mit Autismus erfahren. Im ersten Band ging es vorrangig um ihre Kindheit, jetzt im zweiten Band mit dem Untertitel „Per Anhalter durch die Pubertät“ geht es – wer hätte es gedacht – um ihre Jugend und ihr Erwachsensein.

    Das Cover zu Schattenspringer 2
  • Comics und Graphic Novels,  Rezensionen

    „Schattenspringer“ von Daniela Schreiter

    Daniela Schreiter, Autorin, Zeichnerin und gleichzeitig Hauptfigur der Graphic Novel „Schattenspringer“, ist Autistin. Mithilfe der Zeichnungen möchte sie ihren Mitmenschen besser verständlich machen, welche Herausforderungen und Hindernisse der Alltag für Menschen mit Autismus bereithält. Schließlich sind diese Hürden für Nicht-Autisten oft gar nicht erkennbar. Insgesamt sind drei Bände der Geschichte erschienen, hier bespreche ich den ersten.

    Das Cover von „Schattenspringer“ von Daniela Schreiter. Ein Mädchen, das zwischen Planeten umherhüpft, ist zu sehen.
  • Fantasy und Science Fiction,  Rezensionen

    „Das Labyrinth des Fauns“ von Cornelia Funke

    Ein düsteres Bild für ein düsteres Buch. Wobei ich das Cover ausgesprochen gelungen finde: Eine dreidimensionale Textur überzieht den Einband, Titel, Mond und Fee leuchten. Im Mittelpunkt: Ein Mädchen. Das heißt aber noch lange nicht, dass „Das Labyrinth des Fauns“ ein Kinder- oder Jugendbuch ist. Auch wenn die Autorin „Cornelia Funke“ heißt. Es geht ganz schön explizit zur Sache.

    Das Cover von "Das Labyrinth des Fauns". Fotografiert im Dunkeln.
  • Kinderbücher,  Rezensionen

    „Spring! Vor allem über deinen Schatten“ von Mina Teichert

    Pebbels, oder Penelope, ist zwölf und hat ein Problem: Sie hat keine Freunde. In der Schule wird sie von den Jungs geärgert und von den Mädchen ausgenutzt, weil sie nicht „Nein!“ sagen und sich durchsetzen kann. Für den Spott der anderen Kinder ist sie ein leichtes Ziel, denn Pebbels hat eine Reizfilterschwäche und wenns es laut wird, wird es ihr schnell zu viel. Außerdem klappt das mit der Konzentration nicht immer so gut und sie schweift öfter ab, wenn andere etwas erzählen. Keine idealen Voraussetzungen für eine schöne Schulzeit, doch Hilfe naht…

    Das Cover zu "Spring! Vor allem über deinen Schatten". Darauf sind Umrissfiguren verschiedener Gegenstände zu sehen.