Rezension

„Der Hof der Wunder“ von Kester Grant

Stell dir vor, die französische Revolution wäre gescheitert und in den Jahren danach herrschte das Gesetz des Dschungels in den Pariser Straßen. Ein “Tiger“ terrorisiert die Unterwelt und nur die „schwarze Katze“ wagt es, sich seinem Terror entgegenzustellen, soweit die Ausgangslage in „Der Hof der Wunder“. Allerdings sind in dem Roman rund um die neun Pariser Verbrechergilden nicht nur Elemente des Dschungelbuchs zu finden, auch eine dicke Brise „Les Miserables“ ist beigefügt. So begegnet Protagonistin Nina unter anderem Valjean, Javert und Thénardier. Glücklicherweise ist der Cast im Buch deutlich diverser als im Musical.

Kester Grants Erstlingswerk „The Court of Miracles“ ist im Juni 2020 im englischen Original erschienen. Groß war daher meine Überraschung, dass die deutsche Übersetzung es in einer broschierten Variante im Dezember 2019 auf die Ladentische geschafft hatte. Das muss ja ein richtiger Verlagscoup von Piper gewesen sein. Anfang November ist nun das Taschenbuch mit neuem Cover erschienen. Kommen wir also zur wichtigsten Frage: Wie lesenswert ist der Dschungelbuch-Les Miserables-Mix ohne Gesang denn nun?

„Die schwarze Schar“ von Nicholas Eames

In „die schwarze Schar“ gibt es keine Schar, nur eine Horde. Und die ist auch nicht schwarz, sie fault bloß langsam vor sich hin. Die Hauptfigur hat rotes Haar und nennt sich „die blutige Rose“, wiederzufinden im englischen Originaltitel des Buches, „Bloody Rose“. Das Problem mit den deutschen Titeln englischer Bücher ist nicht neu, das letzte Mal habe ich mich darüber bei Joe Abercrombies „Zauberklingen“ aufgeregt. Dieses Mal will ich den Ärger in Kreativität umwandeln und habe deshalb Ideen für einen passenderen Titel gesammelt:

  • Die blutige Rose (offensichtlich)
  • Die tote Horde (schließlich kommt eine tote Horde auch tatsächlich darin vor)
  • Vom Barden zum Helden. Ein Handbuch (Wer erschießt sonst schon einen Zyklopen mit einem einzigen Pfeil?)
  • Die Liebe in Zeiten der untoten Horde (hm… dank Corona zu ausgelutscht)
  • Wyldes Herz (im Buch ein Synonym für Abenteuerlust)
  • Girls just want to have fun (… und zwar ohne Ende!)

Falls die Stelle als Titelübersetzer*in bei Heyne (welch Zufall, selber Verlag wie bei den Zauberklingen) demnächst frei wird, meine Bewerbung ist hiermit eingereicht =)

Guardians of the Galaxy (2019) 1

Der #ComicMärz ist tot, lang lange das Comic-Jahr! Höhö. Ich gebe ehrlich zu, ich bin angefixt. Und auf meinem Stapel liegen noch so einige Comics, die ich euch in den kommenden Wochen und Monaten vorstellen werde. Den Anfang machen die neu formierten Guardians of the Galaxy, deren neue Serie von Donny Cates geschrieben und von Geoff Shaw illustriert wird.

Kompromisslos kurzweilige Comics

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

In meiner Planung sollte der Titel dieses Beitrags „Grandiose Graphic Novels“ heißen. Von Graphic Novels hatte ich bisher nur eine vage Vorstellung, dachte aber, das wären in einem Band zu Ende erzählte Geschichten im Gegensatz zu dem seriellen Ansatz traditioneller Comics. Zum Glück bin ich über diesen fantastischen Beitrag von Kathrin auf phantasienreisen.de gestolpert. Detailliert erklärt sie den Unsinn und die Marketingmasche, die hinter der Etikettierung „Graphic Novel“ steckt. Deshalb wird hier in Zukunft nicht mehr von Graphic Novels die Rede sein und stattdessen gibt es „Kompromisslos kurzweilige Comics“. Bloß, was ist damit gemeint?

Unter der ominösen Überschrift sammle ich einige Empfehlungen von mir zu Geschichten, die mich besonders gut unterhalten haben UND die auch nach dem Lesen noch für Beschäftigung sorgen. Wie? Das erfahrt ihr im Beitrag. Viel Spaß damit!

„Shanghai“ von Mathieu Mariolle und Yann Tisseron

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

„Shanghai“ Band 1 war ein coverinspirierter Spontankauf, das gebe ich zu. Das erste Cover sieht aber auch inspirierend aus, jetzt mal ehrlich! Band 2 und Band 3 kaufte ich dann aber, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht und ob sich alle Fäden der Handlung zu meiner Zufriedenheit auflösen. Setting und Geschichte fand ich nämlich ziemlich erfrischend und unverbraucht.

Neil Gaimans Comicwelten

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

Manche kennen Neil Gaiman vielleicht aus Buchautor, zum Beispiel von „Niemalsland“ oder „Nordische Mythen und Sagen”. Anderen ist er ein Begriff durch die Serien zu seinen Büchern, „American Gods“ und „Good Omens“. Und wieder andere haben vielleicht schon die Verfilmung eines seiner Werke gesehen, „Coraline“ oder „Der Sternwanderer“.

Neil Gaiman ist aber nicht nur einer meiner Lieblingsautor*innen, weil er fantastisch schreibt, sondern weil er auch ein wahnsinnig sympathisches und einnehmendes Auftreten hat. Hörens- und sehenswerte Beispiele hierfür sind unter anderem die Audioaufnahme „An Evening with Neil Gaiman and Amanda Palmer“ (z.B. auf Spotify zu finden), sein feministisches Gedicht „The Mushroom Hunters“ oder seine Zusammenarbeit mit der UN Flüchtlingshilfe. In seiner Sammlung nonfiktionaler Texte „The View from the Cheap Seats“ ist unter anderem ein sehr bewegender Text über einen Besuch in einem Flüchtlingscamp zu lesen.

Ein sehr umtriebiger Mensch also, dieser Neil Gaiman. Wen wundert es da, dass es auch jede Menge Comics von Neil Gaiman gibt? Ein paar davon möchte ich im Rahmen des #ComicMärz näher vorstellen.

„Brennender Fels“ von N.K. Jemisin

Nora K. Jemisin ist die erste Autorin überhaupt, die mit ihrer „Broken Earth“-Trilogie drei Jahre in Folge den HUGO Award gewonnen hat. Das spricht doch schon für sich. Band eins, „Zerrissene Erde“, habe ich bereits gelesen und war begeistert. Band zwei, „Brennender Fels“ ist Anfang Februar erschienen und ich wollte – nein, ich musste – unbedingt wissen, wie es weiter geht.

„Marianengraben“ von Jasmin Schreiber

Mit dem Erhalt von Jasmin Schreibers „Marianengraben“ ging für mich ein großer Bloggertraum in Erfüllung: Ich hielt plötzlich eine „Advance Reading Copy“ oder eine „Unkorrigierte Werkstattausgabe“, wie es wohl auf Deutsch heißt, in den Händen. Allein dafür hat sich das Bloggen seit bald einem Jahr schon gelohnt! Aber lohnt sich auch das Lesen des Buches, das am 28.02. als Hardcover in den Buchläden erscheint?

„Zauberklingen“ von Joe Abercrombie

Mein Buch des Jahres 2019 war „A Little Hatred“ von Joe Abercrombie und ich habe hier bereits ausführlich über das Buch geschwärmt, es war für mich das Buch des Jahres 2019 und ich habe bereits zwei signierte Editionen bei mir im Regal stehen. Seit dem 10. Februar ist nun auch die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Zauberklingen“ im Buchhandel erhältlich. Dank dem Bloggerportal hatte ich das große Vergnügen, die Geschichte noch einmal auf deutsch zu lesen. Dabei fand ich die Übersetzung größtenteils sehr gelungen, bin aber von einer Entscheidung wahnsinnig genervt.

Scroll to Top