Feminismus

“We are Feminists – Eine kurze Geschichte der Frauenrechte”

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2020

Ein Buch über die Geschichte der Frauenbewegung habe ich im Juli schon gelesen: “Die illustrierte Geschichte der weltweiten Frauenbewegung” ist ein interessantes Buch, für das ich aber auch Kritikpunkte hatte: Zu zentriert auf den englischsprachigen Raum, teils langatmig, wenig Raum für queere Themen. Da war ich gespannt, was “We are Feminists” besser macht.

“Feminismus – Die illustrierte Geschichte der weltweiten Frauenbewegung”

Dieser Band im Coffee-Table-Format beleuchtet die wichtigsten feministischen Strömungen der letzten 150 Jahre und setzt die Geschichte des Feminismus mit historischen Dokumenten und Fotografien in Szene. Dargestellt werden kämpfende Frauen von der Suffragettenbewegung bis hin zu Feminist*innen heute. Geschichte ist ja schön und gut, aber was nutzt die Lektüre des Buches für die aktuelle Debattenkultur? Die Antwort liefern die Autor*innen in der Einleitung direkt selbst:

Weil es für Feminist*innen wichtiger ist denn je, ihre Geschichte zu kennen. Wer überzeugend sein will, wer die Ansichten anderer verstehen und einordnen können will, muss zwangsläufig gut informiert sein.
Feminismus, S. 4

“Frauen und Macht: Ein Manifest” von Mary Beard

Angepriesen von der Zeit als ein Buch mit der “Sprengkraft einer handtaschentauglichen Kleinwaffe”, kommt “Frauen und Macht: Ein Manifest” von Mary Beard erst einmal recht schmal daher. Was findet sich auf den 112 Seiten, das nicht bereits gesagt wurde, das feministische Debatten bereichert und dazu auch noch Sprengkraft hat?

“Prinzessinnenjungs” von Nils Pickert

Manchen mag das Cover von “Prinzessinnenjungs” vage bekannt vorkommen. Es geisterte vor ein paar Jahren durch die sozialen Medien. Darauf zu sehen: Feminist, Journalist und Vater Nils Pickert in einem Rock, an der Hand sein Sohn, in einem Kleid. Sein fünfjähriger Sohn trage gerne Röcke und er wolle ihm ein Vorbild sein und zeigen, dass das Tragen von Röcken okay sei. Und er wolle die unweigerlich aufkommenden Anfeindungen auf seine Schultern nehmen, statt auf die seines Sohnes. Dafür hat Pickert sowohl viel Zuspruch, als auch viele Anfeindungen abbekommen. Nun ist Pickerts “Pladoyer für die Freiheit von Geschlechterrollen in der Erziehung unserer Söhne” erschienen. Die Resonanz wird wohl – leider – ähnlich ausfallen.

Feministische Comics

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

Auch im #ComicMärz möchte ich Politik und Gesellschaft nicht außen vor lassen. Feminismus ist schließlich ein Herzensthema von mir. Beim Blick in die Comicregale der näheren und entfernteren Buchhandlungen fällt mir immer noch ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen Autoren und Zeichnern und Autor*innen und Zeichner*innen auf. Natürlich gibt es Besprebungen dieses Ungleichgewicht aufzuheben, davon erzählt auch Max vom Splitter-Verlag im Interview. Aber auch der Blick in den aktuellen Splitter Katalog offenbart: Wir haben noch einen verdammt weiten Weg vor uns bis zu einer annähernd gleichwertigen Sichtbarkeit, sowohl hinsichtlich der Urheber*innen als auch hinsichtlich der Themen. Dass es auch anders geht, zeigen diese feministischen Comics.

Buchempfehlung: “Star Wars – Women of the Galaxy”

Ich habe den neuesten Star Wars Film, der Aufstieg Skywalkers, bereits vergangenen Sonntag im Kino gesehen. Die erste Hälfte Schnitzeljagd fand ich ziemlich schlecht, ab dem großen Kampf in den Wellen ging die Kurve für mich aber steil bergauf. Gegen Ende hatte ich richtig Star Wars-Feeling und kam durchaus zufrieden wieder aus dem Kino.

Hier soll es aber nicht (nur) um den neuesten Kinofilm gehen, sondern vielmehr um die Frauenrollen in Star Wars. Wie sehr oder wie wenig feministisch Star Wars ist, darüber kann frau* sicherlich vortrefflich streiten. Unbestreitbar ist für mich allerdings, dass sich in der weit, weit entfernten Galaxis eine Menge interessanter weiblicher Figuren tummeln. Wie schön, dass es ein Buch gibt, in dem Infos zu diesen Charakteren gesammelt sind: “Star Wars – Women of the Galaxy”. Nebenbei: Das Buch ist auf Englisch, eine deutsche Übersetzung gibt es meines Wissens nicht.

“Schamlos” von Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz

Ein Cover wie ein Ausrufezeichen. Lies! Dieses! Buch! Ich fand die Illustration auf dem Einband von “Schamlos” wahnsinnig gelungen, sowohl künstlerisch, wie auch inhaltlich. Illustratorin Esra Røise hat nicht nur das Cover beigesteuert, sondern auch innerhalb des Buches immer wieder schöne Begleitillustrationen gefunden. Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht, wegen dem Cover habe ich das Buch gelesen.

[Feministische Essays #3] “Untenrum frei”

Als Abschluss meiner kleinen Reihe zum feministischen September #femtember habe ich mir mein erstes und auch liebstes feministisches Buch aufbehalten: “Untenrum frei” von Margarete Stokowski. Zum ersten Mal begegnet bin ich Margarete Stokowski in einer Folge von “Schulz und Böhmermann”. Danach wurde ich neugierig und fing an, ihre Kolumnen auf Spiegel Online zu lesen. Sie war der Grund, warum ich anfing, mich mit Feminismus zu beschäftigen und ihr Buch hat mich so sehr beschäftigt, dass ich es bis heute mehrmals gelesen und auch als Hörbuch gehört habe.

[Feministische Essays #2] „Bad Feminist“

Im Rahmen des feministischen September #femtember habe ich mich mit feministischen Essaybänden beschäftigt. Heute: “Bad Feminist” von Roxane Gay.

„Ich nehme ganz offen die Bezeichnung bad feminist, schlechte Feministin, für mich in Anspruch. Und zwar deshalb, weil ich ein unvollkommenes menschliches Wesen bin. In feministischer Geschichtsschreibung bin ich nicht besonders bewandert. Ebenso wenig kenne ich alle feministischen Schlüsseltexte so gut, wie ich sie gerne kennen würde. Ich habe gewisse… Interessen und persönliche Eigenschaften und Meinungen, die mit dem feministischen Mainstream vielleicht nicht übereinstimmen, und dennoch bin ich Feministin. Ich kann gar nicht sagen, wie befreiend es gewesen ist, das zu akzeptieren.“

Roxane Gay, S. 7
Das Cover zu "Bad Feminist" von Roxane Gay
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