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„Silberklingen“ von Joe Abercrombie

Joe Abercrombies aktuelle Trilogie: Zauberklingen, Friedensklingen, Silberklingen. Goooott, kommt endlich von diesem Klingen-Zug runter, Heyne! Naja, immerhin hat Heyne diesmal alle Autor*innen des Buches auf den Titel bekommen #SichtbarkeitfürSullivan.

Von den Titeln einmal abgesehen ist Abercrombies aktuelle Trilogie aber wieder absolut lesenswert und der letzte Band übertrifft noch einmal meine Erwartungen. Im englischen Original lautet der Titel übrigens “The Wisdom of Crowds“ – 10 Punkte für die, die darin eine “Klinge“ finden.

„Das Erbe der Elfenmagierin“ von James A. Sullivan

James A. Sullivan ist ein sehr sympathischer Autor. Nicht, dass ich ihn persönlich kenne oder schon mal getroffen hätte. Aber auf Online-Lesungen, beim Literaturcamp und generell auf Twitter macht Sullivan einen äußert freundlichen und empathischen Eindruck. Eine Person, mit der mensch gerne einen Nachmittag (und Abend) voller guter Gespräche verbringen könnte. Genau dieses Gefühl vermittelt Sullivan auch in seinem aktuellen Buch „Das Erbe der Elfenmagierin“, dem Auftakt zu einer Fantasy-Dilogie. Wer jetzt Angst vor Cliffhangern bekommt, keine Sorge: Band 2 und damit der Abschluss der Geschichte erscheint bereits Ende Januar 2022.

„Alle Vögel unter dem Himmel“ von Charlie Jane Anders

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2021

Wie soll ich „Alle Vögel unter dem Himmel“ einordnen? Am besten gar nicht. Es ist düstere Zukunftsvision, aber mit Magie. Liebesgeschichte, Coming-of-Age-Story und Sozialkritik in einem. Und vermutlich noch vieles mehr, was mir gar nicht aufgefallen ist. Es ist auch der Debütroman von Charlie Jane Anders und bisher leider der einzig auf Deutsch erschienene. Anders hat die englischsprachige Science Fiction bedeutend beeinflusst (und tut das immer noch) und hat bereits den Hugo, den Nebula und den Locus Award gewonnen. Auf tor-online wird sie von Judith Vogt ausführlich portraitiert. Dort steht unter anderem:

Ihre eigene Perspektive als trans Frau kommt in ihren Texten immer wieder vor, besonders der Kampf um die Identität, der andere Menschen feindlich gegenüberstehen. Judith Vogt, tor-online.de

Eine beeindruckende Frau, die auch ein beeindruckendes Buch geschrieben hat. Ich wünsche mir, dass auch ihre anderen Bücher, etwa „The City in the Middle of the Night“ hier in Deutschland erscheinen. Aber vielleicht ist das alles auch zu progressiv für den deutschen Buchmarkt und das deutsche Publikum…

“Der Mauersegler” von Jasmin Schreiber

Ohne zu flunkern kann ich sagen, dass ich alle bisher veröffentlichten Bücher von Jasmin Schreiber gelesen und sogar rezensiert habe: Sowohl ihr Erstlingswerk “Marianengraben” , wie auch ihr Sachbuch “Abschied von Hermine” . Mensch könnte mich also als kleinen Fan bezeichnen. Ungeduldig habe ich daher auf die Veröffentlichung von Schreibers zweitem Roman „Der Mauersegler“ erwartet, der letzten Monat endlich in meinen Briefkasten segelte.

“Die zehntausend Türen” von Alix E. Harrow

Selten habe ich so nette Buchpost bekommen wie kürzlich vom Festa Verlag: “Die zehntausend Türen” von Alix E. Harrow, toll verpackt und inklusive Goodies und sogar Süßigkeiten (nachträglich zu sehen auf meinem Instagram-Kanal). Eine Präsentation, die eines so guten Buches würdig ist! Ich habe die Originalfassung “The Ten Thousand Doors of January” bereits vor einem halben Jahr gelesen und es ist direkt in mein Highlight-Regal gewandert. Dort steht mittlerweile auch “The Once and Future Witches” von Harrow und es wird auch Platz für alle zukünftigen Bücher von ihr geben, ihr Schreibstil und die behandelten Themen begeistern mich nämlich auf besondere Art und Weise.

Ich habe mich also sehr auf die deutsche Übersetzung gefreut, war aber auch skeptisch, weil das Buch einige sprachliche Besonderheiten aufweist, die im Englischen zwar gut funktionieren, im Deutschen aber nicht. Doch dazu später mehr…

“Die Götter müssen sterben” von Nora Bendzko

Die (von mir) langerwartete Veröffentlichung von “Die Götter müssen sterben” reiht sich ein in eine Auswahl diverser Neuerscheinungen diesen Sommer, die mir neue Hoffnung für die deutsche Phantastikszene machen. Weg mit den immergleichen patriarchalen Erzählstrukturen, Tropes und Figuren, hin zu einer progressiveren Phantastik. Neben Nora Bendzkos Buch erscheinen unter anderem diesen Sommer noch:

  • “Knochenblumen welken nicht” von Eleanor Bardilac
  • “Mutterschoß” von Elea Brandt
  • “Herz des Todes” von Magret Kindermann
  • “Anarchie Déco” von J. C. Vogt

Hier soll es aber nicht um diese ganzen tollen Veröffentlichungen gehen, sondern um “Die Götter müssen sterben”. In diesem Beitrag möchte ich euch von den vielen Punkten erzählen, die das Buch so bemerkenswert machen.

„Ace in Space“ von Judith & Christian Vogt

Sprache ändert sich ständig, ist immer im Fluss. Sprache ist nicht starr und fest, Wörter verschwinden und es kommen ständig neue hinzu. Das beweist zum Beispiel ein Blick auf die Liste der „Jugendwörter des Jahres“, oder benutzt heute noch jemand „Babo“ und „Smombie“? Neue Phänomene wollen benannt, gesellschaftliche Strömungen eingegliedert werden. Wie seltsam dann, dass in so vielen Science Fiction Büchern (die ich gelesen habe) genau so gesprochen wird, wie heute. Aufgefallen ist mir das erst, als ich einen Überblick über „Jockey Slang“ mit Erklärungen der meistgenutzten Begriffe am Anfang von „Ace in Space“ gesehen habe. Die Sprache ist ein interessanter Punkt des Buches, aber sicher nicht der einzige.

„Abschied von Hermine“ von Jasmin Schreiber

Ich möchte diese Rezension ausnahmsweise mit einer persönlichen Geschichte beginnen: Vor gar nicht langer Zeit hat eine Freundin mit mir die Verteidigung ihrer Doktorarbeit geübt (natürlich per Videokonferenz). Sie ist Biologin und das Thema war unter anderem Apoptose, Zelltod. Ich habe nicht alles verstanden, das macht aber gar nichts, denn kurze Zeit später las ich die Basics noch einmal in „Abschied von Hermine“ von Autorin Jasmin Schreiber, die ebenfalls Biologin ist. Darin geht es zuvorderst um den Tod. Unangenehmes Thema für viele, ich weiß. Im vorliegenden Fall aber gleichzeitig ein wahres Lesevergnügen.

Ich habe besagter Freundin übrigens das Buch dann zur Verleihung ihres Doktortitels geschenkt, weil sich Bücher von Jasmin Schreiber einfach super verschenken lassen (Nein, das signierte Exemplar habe ich behalten, so altruistisch bin ich dann auch wieder nicht). Ihr Erstlingswerk „Marianengraben“ habe ich – Stand aktuell – schon sicher fünf Mal in Geschenkpapier eingepackt und vermutlich wird noch das ein oder andere Mal folgen.

„Invincible“ Band 1

Die Animationsserie zu den „Invincible“ Comics ist seit kurzem bei Amazon Prime zu sehen. Nicht nur hat die Serie irre gute Bewertungen bei rottentomatoes und IMDB, sie schaffte es sogar in die Feuilletons mehrerer großer Zeitungen. Der Spiegel bescheinigte ihr zum Beispiel „potenziell tiefe, genrekritische Abgründe“. Kein Wunder, schließlich steckt „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman hinter der Comicvorlage, auf der die Serie basiert (auch wenn sie dramaturgisch an manchen Stellen Änderungen vorgenommen hat).

“Friedensklingen” von Joe Abercrombie

“Süßer die Glocken nie kliiiiiingen…”, wird sich wohl das Team hinter der deutschen Übersetzung von “The Trouble With Peace” von Joe Abercrombie gedacht haben. Auf Deutsch halt: Irgendwas mit -klingen, Nummer 5000. Dieses Mal hat „Friedensklingen“ das Rennen gemacht. Wohoo! Aber lassen wir das, ich habe mich bei ersten Band dieser Trilogie, “Zauberklingen” schon über die Übersetzung geärgert. Immerhin passt das Cover besser und der Titel hat dieses Mal entfernt etwas mit dem Inhalt zu tun. Der Inhalt ist übrigens – nur damit das von Anfang an klar ist – über alle Zweifel erhaben. Abercrombie gehört weiterhin zu meinen absoluten Lieblingsautor*innen und liefert wieder ganz großes Kino ab. Kein Wunder, dass das Buch drei Mal den Weg in meine Regale gefunden hat.

“Die Chroniken des Universums” Band 1 – Sternenstrudel von Richard Marazano und Ingo Römling

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #ComicMärz 2021

Ingo Römling… der Name sagt mir doch was. Na klar, schließlich hat er auch schon die Malcolm Max-Bände gezeichnet, die – nebenbei – ganz großes Kino sind. Nun hat er sich mit Richard Marazano für den Start einer neuen Serie zusammengetan, “die Chroniken des Universums”. Ich bin vom der ersten Episode sehr angetan, so viel darf schon einmal verraten werden und Ingo war sogar so nett, meine Frage in einem epochalen Interview zu beantworten, das ab morgen hier auf dem Blog in drei Teilen veröffentlicht wird!

“Sprache und Sein” von Kübra Gümüşay

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des #SachJan21

“Voll dein Buch!”, sagte meine Frau, nachdem ich ihr ein bisschen über den Inhalt von “Sprache und Sein” von Kübra Gümüşay erzählt hatte. Und was soll ich sagen? Sie hat Recht. Unsere Sprache beeinflusst unser Bewusstsein und damit auch unsere Wahrnehmung und unser Denken. Was sprachlich nicht stattfindet, wird auch kulturell ausgegrenzt. Darüber schreibt – viel besser als ich es je ausdrücken könnte – Kübra Gümüşay in ihrem Buch.

“Dune – Die Graphic Novel – Buch 1”

Neulich bin ich umgezogen. Ihr kennt das sicher: Frau* schleppt den ganzen Tag schwere Kisten und Möbel und abends fällt sie todmüde in ihr Bett und schläft sofort ein. So habe ich mich auch gefühlt, mit dem Unterschied, dass ich noch ein wenig in den gerade erschienenen Dune-Comic hineinschnuppern wollte. Und schwupps, auf einmal war der ganze Comic ausgelesen, so sehr hatte er mich gefesselt!

„Die Republik“ von Maxim Voland

Und wenn es umgekehrt gelaufen wäre?Die Republik, S. 5

Das ist die Prämisse von Maxim Volands heute erscheinenden Roman „Die Republik“. Statt einer Bundesrepublik gibt es in Volands alternativer Realität eine gesamtdeutsche DDR und einen kleinen widerständigen kapitalistischen Inselrest West-Berlin. Die DDR ist dabei nahe am Original, mit allen Vor- und Nachteilen des Systems, aber funktionierender Planwirtschaft und als führende hochtechnologisierte Wirtschaftsmacht. Welch Gedankenspiel!

“Ich bin Gideon” von Tamsyn Muir

Hand aufs Herz: Wann ist dir zum letzten Mal ein Buch beim Lesen nicht mehr aus dem Kopf gegangen? Wann hast du beim letzten Mal ständig an eine Geschichte gedacht, obwohl du das Buch gar nicht in der Hand hattest? Das war bei mir schon lange nicht mehr der Fall, bis… zu “Ich bin Gideon” von der neuseeländischen Autorin Tamsyn Muir. Deshalb eine Warnung: Das hier wird weniger eine Rezension, als vielmehr eine Lobeshymne auf meine Favoritin für den Gewinn des diesjährigen HUGO-Awards.

Captain Marvel (2018) – Die ganze Geschichte

Entstehungsgeschichten von Superheld*innen waren schon immer “retroaktiv”. Das heißt, dass immer wieder neue Elemente eingefügt oder gar die ganze Entstehungsgeschichte massiv umgekrempelt werden kann – wie es halt gerade passt. Genau das passiert in diesem Band über Carol Danvers, wohl auch in Verbindung mit dem Captain Marvel-Film. Also Vorhang auf für die neue Captain Marvel!

“Prinzessinnenjungs” von Nils Pickert

Manchen mag das Cover von “Prinzessinnenjungs” vage bekannt vorkommen. Es geisterte vor ein paar Jahren durch die sozialen Medien. Darauf zu sehen: Feminist, Journalist und Vater Nils Pickert in einem Rock, an der Hand sein Sohn, in einem Kleid. Sein fünfjähriger Sohn trage gerne Röcke und er wolle ihm ein Vorbild sein und zeigen, dass das Tragen von Röcken okay sei. Und er wolle die unweigerlich aufkommenden Anfeindungen auf seine Schultern nehmen, statt auf die seines Sohnes. Dafür hat Pickert sowohl viel Zuspruch, als auch viele Anfeindungen abbekommen. Nun ist Pickerts “Pladoyer für die Freiheit von Geschlechterrollen in der Erziehung unserer Söhne” erschienen. Die Resonanz wird wohl – leider – ähnlich ausfallen.

Malcolm Max Kapitel 1-3

Wenn ich das richtig verstehe, sollte Autor Peter Mennigen ursprünglich Hörspiele als Beilage zu einer Comicserie entwickeln. Der Verlag musste kurz danach schließen, die Hörspiele aber wurden weiter produziert und waren wohl so erfolgreich, dass 2013 ein erster Comic entstand. Ich muss gestehen, ich habe die Hörspiele von Malcolm Max nie gehört. Stattdessen haben mich begeisterte Buchblogger*innen wie Gabriela oder Bella auf die Steampunk-Mystery-Geschichten um Vampirjäger Malcolm Max aufmerksam gemacht. Und bereits nach den ersten zwölf Seiten war ich hellauf begeistert.

Captain Marvel (2019) 1

Das Captain Marvel-Fieber hat mich infiziert. Während dem ComicMärz hatte ich mich intensiver mit der Superheldin beschäftigt und war von ihren oftmals feministischen Kämpfen ganz eingenommen. Dabei hat Captain Marvel schon die ein oder andere große Veränderung hinter sich, nachzulesen zum Beispiel in der Captain Marvel Anthologie. Band 1 der neuen Soloserie mit dem Titel “Eine für alle, alle für eine” ist Anfang diesen Jahres auf Deutsch erschienen und ich musste unbedingt einen Blick hinein werfen.

“Penny Dreadful” – Die Comics zur Serie

Dieser Beitrag ist Teil des Themenmonats #Comicmärz

Penny Dreadful (ausgestrahlt von 2014-2016) ist eine Horrorserie, die im viktorianischen London spielt und dabei allerlei bekannte Figuren versammelt: Dracula, Viktor Frankenstein, Dr. Jekyll und Mister Hyde zum Beispiel. Beeindruckend an der Serie finde ich die Ausarbeitung der Charaktere, die sich dem Bösen entgegen stellten: Sie sind alle keine Ritter in strahlender Rüstung, sondern hatten selbst Schlechtes getan. In allen Biographien gibt es (sehr) dunkle Kapitel. Die Figuren haben mit inneren und äußeren Dämonen zu kämpfen und zeigen sich dabei als zutiefst menschlich. Im Mittelpunkt steht dabei Vanessa Ives, gespielt von Eva Green, die von Satan zur “Mutter des Bösen” auserkoren wurde und sich zunehmend verzweifelt gegen dessen Einfluss wehrt. Die drei Staffeln sind bei Netflix verfügbar, eine “vierte Staffel” existiert in Comicform. Ich habe mich im Rahmen des #ComicMärz herangewagt.

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