Fantasy und Science Fiction

Samantha Shannon – The Priory of the Orange Tree

Das schillernde Äußere

Welch ein Buch! Schillernde Schrift mit Drache auf dem Cover, eine signierte Erstedition von Goldsboro Books. Auch verwendbar als Türstopper oder um anderen damit den Kopf einzuschlagen.

Das spoilerfreie Innere

Es war eine lange Reise, 804 Seiten lang, um genau zu sein. Ich habe jede Menge interessanter Charaktere kennengelernt: Tané, die seit ihrer Geburt nur für einen einzigen Moment lebt. Ead, die mehr ist, als sie glauben macht. Sabran, beinahe noch mehr Kind als Königin. Die Hexe der Wälder, Freundin oder Feindin?

Die Geschichte hält erst einmal wenig Überraschungen bereit. Ein großes Unheil droht, die gesamte Welt zu vernichten. Nur wenn sich alle Staaten zusammentun, kann das Unheil in Form eines riesigen Drachen – der Namenlose – vielleicht besiegt werden. Leider bleibt die Geschichte trotz unvorhergesehener Wendungen und Verästelungen recht vorhersehbar. Trotzdem war es mir ein großes Vergnügen, die Charaktere auf ihren Reisen zu begleiten. Besonders Ead hat es mir angetan, die unter anderem mit den Schwierigkeiten der Migration an einen fremden Königshof zu kämpfen hatte.

Das feministischste Zitat

„No woman should be made to fear that she was not enough.“

Die persönliche Bewertung

Die Charaktere haben dieses Buch getragen. Das Buch wimmelt vor starken Frauen, zentraler Schauplatz ist ein Königinnenreich, kein Königreich, in dem seit tausend Jahren eine Blutlinie von Königinnen herrscht. Das war für sich genommen schon sehr erfrischend.

Abzüge in der B-Note gibt es zum einen, weil das Tempo der Geschichte für mich nicht immer stimmig war. Das Buch lässt sich viel Zeit, die Charaktere einzuführen, sie in ihrem Alltag zu begleiten etc. Gleichzeitig werden Ereignisse, die den gesamten Lauf der Handlung verändern, auf wenigen Seiten abgehakt. Auf den letzten hundert Seiten zieht die Geschwindigkeit dann dermaßen an, dass man sich fragt, was denn die 700 Seiten vorher los war. Hier hat mir teilweise das Gleichgewicht gefehlt.

Zum anderen gibt es in dem Buch ein interessantes Magiesystem, das allerdings nur handlungsbegleitend zum Einsatz kommt und nicht erwähnt wird, wenn es der Handlung hinderlich wäre. Ein Beispiel: Die Hexe der Wälder wird als Meisterin der Illusionen beschrieben, im Kampf verwandelt sie sich aber lediglich in verschiedene Tiere. Hier war für mich das Magiesystem nicht immer durchdacht.

Insgesamt 8/10 Drachen von mir.

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