“Papa 2.0 – Nestbau inklusive” von Melanie Amélie Opalka

Autorin Amélie habe ich 2020 auf der Online-Buchmesse kennengelernt, sie wurde mir als Autor*innen-Patin zugelost. Seitdem durfte ich drei ihrer Bücher lesen: “Mach mir’n Kind“, “Papa – 1. Lehrjahr” und jetzt “Papa 2.0”. Die Bücher handeln von einem gesellschaftlich immer noch ein Stück weit tabuisierten Thema: Wir möchten gerne Eltern werden, aber es klappt einfach nicht. Was also tun? Der Austausch mit Amélie war total spannend, schließlich flossen in ihre Bücher autobiografische Details.

Papa 2.0 – Nestbau inklusive | Autorin: Melanie Amélie Opalka
Veröffentlicht im Self-Publishing | Erschienen am: 28.10.2021
Werbung: Rezensionsexemplar

Déjà-Vu

Für die Handlung von Teil 3 komme ich um kleinere Spoiler nicht herum: Die Sache mit der künstlichen Befruchtung hat schlussendlich geklappt und mittlerweile ist der kleine Felix auch schon über ein Jahr Teil der Familie. Wäre es da nicht schön, wenn er noch ein Geschwisterchen dazu bekäme? Und schließlich gibt es vom ersten Versuch auch noch eingefrorene Eizellen… Aber natürlich ist das mit dem Eltern werden auch diesmal leichter gesagt als getan:

“Vielleicht ist es noch zu früh”, versuche ich, ihr Mut zu machen. Sie ist heute erst den zweiten Tag drüber und da kann es doch sein, dass der Test…
“Nein, da tut sich gar nichts.” Und ich höre nur allzu deutliche ihre Enttäuschung. Verflixt, das ist doch erst unser erster Versuch. Wir wollten das locker angehen, lockerer als beim ersten Mal mit Felix, aber nun kochen die Erwartungen und Hoffnungen schon wieder so hoch.Papa 2.0, S. 60

Einen neuen Twist bekommt die Geschichte, weil diesmal parallel noch ein Kind da ist, das Aufmerksamkeit möchte. Und weil gleichzeitig die Planung für den Bau eines Eigenheims ansteht. Jede Aufgabe für sich ist nervenaufreibend, alle drei gleichzeitig? Puh.

Von Mut, Ausdauer und Durchhaltevermögen

Den Ton des Buches empfand ich insgesamt als ernster als die vorangegangenen. Es fühlt sich beinahe so an, als hätten die Erlebnisse tiefe Spuren hinterlassen, die sich auch in diesem Roman wiederfinden. Die Anstrengung und die Erschöpfung sind quasi in die Seiten getropft. Wobei ich natürlich dazu sagen muss, dass ich nicht weiß, wie viel der Geschichte autobiografisch ist und was künstlerischer Freiheit zu verdanken ist.

Gleichzeitig gibt es auch diesmal wieder heitere Momente, die die Geschichte auflockern. Mein Lieblingsmoment ist der, als Felix sich beim Umzug ins neue Haus versteckt und beim Verstecken einschläft. Übrigens darf ich ganz stolz erzählen, dass ich wieder einen kleinen Gastauftritt habe. Wobei ich helfe, wird aber nicht verraten =)

Ich finde es gut und wichtig, dass in “Papa 2.0” Erfahrungen behandelt werden, die sonst eher weniger Thema sind. Was macht es mit einer vom Babywunsch beseelten eigentlich glücklichen Familie, wenn sich der positive Schwangerschaft einfach nicht einstellen will? Wie zermürbend sind Besuche in der Kinderwunschklinik, bei denen der Erfolg ausbleibt? Die Buchreihe von Melanie Amélie Opalka gewährt einen Einblick. Da ist es eigentlich schade, dass die Autorin sich aktuell anderen literarischen Projekten zugewandt hat. Aber wer weiß, vielleicht erfahren wir irgendwann doch noch, wie die Geschichte um Felix weitergeht…

2 Kommentare zu „“Papa 2.0 – Nestbau inklusive” von Melanie Amélie Opalka“

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