„Papa – 1. Lehrjahr“: Ein Interview mit Autorin Melanie Amélie Opalka

Vergangenen November habe ich als Blogger an der Onlinebuchmesse teilgenommen und wurde einer Autorin als Pate zugelost. Ich hatte damals das große Glück, Amélie kennenzulernen, die ihr damals erschienenes Buch „Mach mir’n Kind“ bewarb (das tolle Interview mit ihr ist hier nachzulesen). Das Buch handelt von einem Paar, das gerne ein Kind bekommen möchte, was allerdings nicht so recht klappen will. Nun ist die Fortsetzung erschienen: „Papa – 1. Lehrjahr“.

Papa – 1. Lehrjahr | Autorin: Melanie Amélie Opalka
Veröffentlicht im Self-Publishing | Erschienen am: 23.05.2021 | Seiten: 238
Werbung: Rezensionsexemplar

Was mir bis heute total präsent in Erinnerung geblieben ist: Amélies Ich-Erzähler in „Mach mir’n Kind“ ist männlich. Den Blickwinkel hat sie gewählt, weil sie eine Distanz zu den teilweise autobiografischen Inhalten brauchte (siehe Interview). Der Blickwinkel ist geblieben, allerdings ist der Grundtenor des Romans fröhlicher geworden. Schließlich ist das Thema ja auch ein freudigeres: Vater sein! Einen Sohn großziehen!

Der Protagonist geht ein wenig blauäugig an die ganze Sache heran und muss schnell feststellen, dass seine Erwartungen wohl an der Realität vorbeigehen:

Also ich meine, wer hätte denn ahnen können, dass 24/7 so richtig und total auch 24/7 heißt? Also nonstop auf Baby-Bereitschaft? Ich bin einem Burnout nahe – und das wie gesagt binnen der ersten vierzehn Tage.Papa - 1. Lehrjahr, S. 11

Zu Kämpfen hat Papa aber nicht nur mit dem Baby selbst und seinen Launen und Verhaltensweisen, sondern auch mit Selbstzweifeln ob der eigenen Vatertauglichkeit und Übervorsicht, die auch vom dem langen Weg bis zum Baby rührt. Der Weg des frischgebackenen Papas hält allerlei Hindernisse parat, etwa den Pipistrahl beim Wickeln oder die erste Erkältung des Sohnes. Die Situationen werden zwar nicht immer mit Bravour, aber dafür immer mit Humor gemeistert.

„Papa – 1. Lehrjahr“ war aber nicht nur Spaß, sondern hielt für mich als Noch-Nicht-Vater auch allerhand neues Wissen parat, das ich hoffentlich bald auch in der Praxis erproben kann. Vielleicht gelingt es mir ja, dem Baby rechtzeitig ein Kissen unterzuschieben, bevor es aus dem Sitzen wieder umfällt. Ich berichte dann.

Amélies neues Buch war für mich also ein kurzweiliges und bereicherndes Lesevergnügen, als Sahnehäubchen hat sie mir aber noch zusätzlich einige Fragen beantwortet. Im Interview geht es unter anderem um meinen kleinen Gastauftritt (ja, darüber habe ich mich riesig gefreut!), aber lest selbst…

Von Windelfreiheit, Gastauftritten und Fortsetzungen

Hallo Amélie, wie schön, dass du dich nun schon für ein zweites Interview mit mir zur Verfügung stellst. Während der Buchmesse im November 2020 wurden wir einander zugelost, was ich als totalen Glücksgriff empfand. Damals hast du dein Buch „Mach mir’n Kind“ vorgestellt, das sich mit einem tabubehafteten Thema beschäftigte: Eltern werden wollen, aber nicht können. 

Nun ist dein neuer Roman „Papa – 1. Lehrjahr“ erschienen, der sich thematisch mit einem deutlich zugänglicheren Thema beschäftigt: Eltern sein. Was macht dein neues Buch besonders?

Da kann ich nur sagen: „Likewise“. Ich bin auch total froh, dich vom Universum geschenkt bekommen zu haben.

Was das neue Buch besonders macht ist In erster Linie wohl der Fakt, dass du auch nach der Geburt die Geschichte davor nicht einfach abstreifen kannst. Auch wenn das Buch unabhängig vom Vorgänger gelesen werden kann, spürt man in vielen Gedanken des Papas mehr als nur die übliche „Ich-bin-Vater-Verunsicherung“. Eltern zu werden ist eine riesige Nummer, hier ist es halt noch etwas intensiver, weil der Weg dahin so anders war.

Dein erstes Buch hatte einen autobiografischen Kern. Wie viel Persönliches ist diesmal ins Buch geflossen?

Natürlich hab ich auch bei „Papa – 1. Lehrjahr“ viel von uns drin, allerdings ist und bleibt es ein Roman. Das muss ich immer mal wieder betonen, weil mein Mann sonst unfair schlecht weg kommt – findet er 😉

Ich habe die große Ehre und durfte als Vorlage für eine Figur in der Geschichte dienen. Der Nico in deinem Buch trägt auch Joggingklamotten, hat aber mindestens doppelt so viel Energie und drei Mal mehr Elan als ich =) Hat dein persönliches Umfeld Angst davor, ebenfalls zu Romanfiguren zu werden (falls nicht schon geschehen) oder freuen sie sich darauf?

Ich glaube, die Angst treibt wohl jeden um, der einen Autor oder eine Autorin kennt 😀 Aber nein, bei mir braucht sich niemand zu fürchten. Umstände sind real inspiriert, aber die Personen alle frei erfunden. Allerdings wie in deinem Fall nutze ich das Mittel gern, wenn Leute Freude daran haben, dabei zu sein. Also wird es z.B. auch im nächsten Band eine tolle Bloggerin mit Hund geben, die sich schon arg auf ihren Gastauftritt freut.

Welche ist deine absolute Lieblingsstelle in „Papa – 1. Lehrjahr“?

Die absolut lustigste Stelle finde ich, ist der Versuch mit der „Windelfreiheit“. Und da kann ich ja mal Spoilern: Das haben wir original erlebt 😉

Wie geht es weiter? Nimmst du dir für jedes Lebensjahr ein neues Buch vor oder verfolgst du andere Pläne?

Gute Frage, kann ich ehrlich noch nicht sagen. Im Moment ist noch ein weiteres Buch geplant: Der Versuch ein Geschwisterchen zu bekommen … danach … mal sehen, wie es ausgeht und wieviel der kleine Felix so in die Prota Rolle des Lausebengels reinwachsen möchte. Aber ich hab auch andere Pläne: Aktuell spiele ich gerad mit Tini Wider zusammen an einer Idee für eine Romantasy-Triologie … mal ein anderes Genre, bin sehr neugierig.

Und abschließend noch etwas, worüber ich mich persönlich geärgert habe: Auf einer Online Buchmesse wurde „Papa – 1. Lehrjahr“ mit dem Unwort „Frauenliteratur“ kategorisiert. Den Begriff an sich finde ich schon höchst problematisch, unter anderem da er nahelegt, es gäbe bestimmte Literatur für Frauen und alle anderen Kategorien seien Männern vorbehalten. Davon abgesehen verstehe ich in keiner Weise, warum ein Buch über das Vatersein als spezifische „Frauenliteratur“ gekennzeichnet werden sollte. Was denkst du dazu?

Geht mir genauso. Ich war echt traurig festzustellen, dass selbst beim größten Online-Händler Frauenliteratur in diversen Versionen existiert, für Männer aber nix als Ratgeber … ich weiß nicht, ob sich die Erkenntnis, dass Männer sich neuerdings auch für was anderes als Karriere, Autos und teure Uhren interessieren schon so im Buchhandel angekommen ist. 😉

Ich fühle mich auch immer etwas fehlplatziert, wenn ich mit meinem Buch in der Frauenliteratur lande … Ich finde die Kategorie: „Leben mit Humor“ gut – geht für alle und trifft es noch am ehesten. 🙂

2 Kommentare zu „„Papa – 1. Lehrjahr“: Ein Interview mit Autorin Melanie Amélie Opalka“

  1. Lieber Nico,

    wie erfrischend! Das finde ich richtig cool und die Kategorisierung Frauenliteratur ist einfach ein Klischee, was niemand braucht. Ich merke mir das gute Stück, schon allein als Geschenkidee für werdende Papis (also auch den Vorgänger des Buches).

    Danke dir.

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Hallo Tina =)

      Als Geschenkidee für werdende Papas (und Mütter) ist das Buch sicher gut geeignet, es bereitet humorvoll auf die ein oder andere wartende Herausforderung vor =) und liest sich sicher weniger trocken als irgendwelche Ratgeber (die es aber natürlich nicht ersetzt).

      Liebe Grüße,
      Nico

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