Kinderbücher,  Rezensionen

Michael Ende – Momo

Kapitalismuskritik für Kinder nach Michael Ende, Kapitel 1:
Durch die ganzen kaufbaren Spielsachen verlieren die Kinder ihre Kreativität und verlernen richtiges Spielen.

Kapitalismuskritik für Kinder nach Michael Ende, Kapitel 2:
Das Wertvollste, was man einem anderen Menschen schenken kann, ist Zeit.

Kapitalismuskritik für Kinder nach Michael Ende, Kapitel 3:
Verschwende deine Zeit, denn Zeit sparen funktioniert nicht und du wirst deine eingesparte Zeit in Zukunft nicht mehr nutzen können.

Kapitalismuskritik für Kinder nach Michael Ende, Kapitel 4:
Konsum generiert mehr Konsum generiert mehr Konsum. Bloß glücklich wirst du dabei nicht.

Kapitalismuskritik für Kinder nach Michael Ende, Kapitel 5:
Wenn du deinen Beruf zu wichtig nimmst, bestimmt er irgendwann dein ganzes Wesen.

Und so weiter. Ich habe ja kein Problem mit Büchern, die etwas vermitteln wollen. Aber muss das mit einem Vorschlaghammer geschehen? Geht das nicht auch ein klein wenig subtiler? Kapitalismuskritik schön und gut, Gesellschaftskritik im Allgemeinen schön und gut. Aber nehmen Kinder nicht vielleicht auch etwas mit, wenn man es ihnen nicht so offensichtlich aufdrängt?

Im Buch kommen tolle Figuren vor, Momo, das vernachlässigte Waisenkind, das von der Fürsorge anderer abhängig ist. Beppo Straßenkehrer, der seinen Job mit aller Ruhe und Sorgfalt dieser Welt erledigt. Die Schildkröte Kassiopeia, die hin und wieder einen Witz macht. Auch die Geschichte hat durchaus die ein oder andere überraschende Wendung zu bieten. Trotzdem bleibt der fade Beigeschmack des „Zu sehr belehren Wollens“. Darum: 6 von 10 Schildkröten.

4 Kommentare

  • Aleshanee

    Ohhh, das ist ja echt schade! Kam das bei dir wirklich so mit dem Holzhammer rüber? O.O
    Ich liebe dieses Buch und ich fand nicht, dass es so aufgesetzt rüberkam … vor allem glaube ich, dass Kinder, die das Buch lesen, noch nicht so deutlich „sehen“ wie wir Erwachsenen und dass sie gerade dieses deutlich machen, eingebettet in dieser Geschichte, sehr schön verarbeiten und umsetzen können.

    Ich hab das Buch ja zum ersten Mal gelesen, da war ich … 12? Ich hätte damals die ganzen Punkte die du auflistet nie so ausdrücken können oder auch nicht so klar gesehen. Ich hatte da eher ein Gefühl entwickelt, was der Autor mir sagen will und ich fand die Geschichte einfach schön 🙂
    Das Buch hab ich ja vor 1-2 Jahren dann endlich nochmal gelesen und wahrscheinlich durch meine Erinnerung daran auch wieder für wunderschön befunden <3

    Hast du denn die Unendliche Geschichte von ihm auch gelesen? Das ist bei mir schon ähnlich lange her und das Buch möchte ich demnächst auch unbedingt nochmal lesen, da ich nur noch sehr wenig davon in Erinnerung hab!

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Nico aus dem Buchwinkel

      Liebe Aleshanee,

      ich hab Momo als Kind nie gelesen und vielleicht fehlt mir darauf auch der kindliche Blick. Jetzt konnte ich tatsächlich am meisten mit den originellen und interessanten Figuren anfangen. Aber die unendliche Geschichte habe ich als Kind absolut geliebt! Sogar den Film, auch wenn ich an den nur noch wenig Erinnerung habe. Bisher habe ich die unendliche Geschichte als Erwachsener noch nicht gelesen. Wenn du also demnächst einen neuen Leseanlauf nimmst, sag mir gern vorher Bescheid, dann können wir das Buch gemeinsam lesen und uns drüber austauschen 🙂

      Liebe Grüße,
      Nico

      • Aleshanee

        Eine schöne Idee! Ich hoffe ich denke dran, ein Buch zusammen zu lesen und sich direkt austauschen zu können ist ja immer besonders schön 🙂
        Den Film zur Unendlichen Geschichte hab ich damals auch geliebt, heute nicht mehr so ganz, auch wenn ich ihn immer noch gut finde. Finde es schon immer wieder spannend solche Kindheits – und Jugend-Leseerlebnisse nach bei mir 20 Jahren nochmal auszutesten ^^

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