Mein Jahresrückblick 2019

Der Header zu "der feministische September"

2019, welch ein Jahr! Zumindest was mich und meine Leidenschaft für Bücher betrifft. Schließlich habe ich dieses Jahr im Mai mit meinem kleinen feinen Buchblog hier angefangen. Am 30.05. habe ich meine allererste Rezension veröffentlicht, zu „The Priory of the Orange Tree“ von Samantha Shannon. Es hat eine Weile gedauert, bis ich einen passenden Stil und eine Stimme gefunden habe, aber mittlerweile bin ich ganz zufrieden mit der Qualität meiner Beiträge. Natürlich habe ich aber in manche Rezensionen mehr Herzblut gesteckt, als in andere.

Überwältigt haben mich die Reaktionen auf meinen ersten Themenmonat, den feministischen September. Ich habe mich total über die rege Teilnahme meiner Mitblogger*innen gefreut und bin sehr glücklich mit den Beiträgen, die entstanden sind. Ich habe mir fest vorgenommen, dem September 2020 wieder einen feministischen Anstrich zu verpassen.

Hier möchte ich nun meine besonderen Erfahrungen im Hinblick auf Literatur aus dem Jahr 2019 mit euch teilen: Welche Bücher haben mir am Besten gefallen, auf welchen Buchblogs habe ich gerne vorbeigeschaut und was ändert sich nächstes Jahr hier auf meinem Blog? Ich habe mir einiges vorgenommen.

Mein Jahr 2019 in Zahlen

Wie in meinen Monatsrückblicken auch, möchte ich mit ein paar Zahlen beginnen. Leider habe ich erst recht spät mit der statistischen Auswertung meines Leseverhaltens begonnen, deshalb sind die Zahlen nicht repräsentativ für das ganze Jahr. Ich gelobe Besserung für 2020! Hinsichtlich der Gesamtheit aller rezensierten Bücher bin ich froh, dass sich der Anteil der Autoren und Autorinnen ganz gut die Waage hält. Es fehlen (meines Wissens) leider noch Autor*innen außerhalb des binären Spektrums, aber wer weiß, welche Bücher im neuen Jahr kommen.

Meine Lieblingsbücher 2019

(in willkürlicher Reihenfolge, schließlich will ich keine Kategorie bevorzugen)

Kinderbuch

Annika Siems hat mich in „Eine Reise in die geheimnisvolle Tiefsee“ auf ein farbenprächtiges und spannendes Abenteuer mitgenommen. Ihre Illustrationen von den „Monstern“ der Tiefsee waren mit das Beeindruckendste, was ich dieses Jahr an Illustrationen gesehen habe. Ein Buch nicht nur für Kinder, sondern für alle.

Fantasy

„A Little Hatred“ von Joe Abercrombie ist nicht nur mein Fantasy-Buch des Jahres, sondern ganz allgemein auch mein Buch des Jahres! Gefühlt habe ich Jahrzehnte auf ein neues Werk von Joe gewartet, aber das Warten hat sich gelohnt. Seine Welt ist vorangeschritten, nun am Rande einer industriellen Revolution, und es gibt ein Wiedersehen mit den Söhnen und Töchtern der altbekannten Haudegen. Blutig, düster und neuerdings auch feministisch – am 10. Februar erscheint das Buch unter dem Namen „Zauberklingen“ auf Deutsch. Tragt es euch schon einmal im Kalender ein.

Sachbuch

Vermutlich werde ich Menschen noch bis an mein Lebensende „Untenrum frei“ von Margarete Stokowski empfehlen und schenken. Ich habe das Buch schon öfter gelesen und auch als Hörbuch gehört, da ich aber dieses Jahr die Rezension dazu verfasst habe, ist es 2019 auch mein Sachbuch des Jahres. Die Texte waren meine Einführung in feministisches Gedankengut und das Buch bleibt bis heute mein Lieblingsbuch zum Thema Feminismus.

Science Fiction

„One Word Kill“ war der Auftakt einer neuen Reihe von Mark Lawrence, die im Mai diesen Jahres begann und am 31. Dezember mit der Veröffentlichung des dritten Teils bereits wieder abgeschlossen sein wird. Damit hat Lawrence dieses Jahr vier Bücher veröffentlicht, allein das finde ich eine wahnsinnige Leistung. Diese Science Fiction Geschichte über Zeitreisen, in deren Mittelpunkt ein D&D-spielender Nerd im England der 80er Jahre steht, hat mich in vielerlei Hinsicht besonders berührt: Sowohl die Charaktere, als auch die Wendungen der Handlung fand ich allesamt grandios. Leider gibt es keine Pläne für ein Erscheinen der Reihe in Deutschland.

Comic oder Graphic Novel

Stell dir vor, du bist anders, aber hast keine Ahnung warum. So ging es Daniela Schreiter, der Autorin von „Schattenspringer“ lange. Mit ihrer Autismus-Diagnose gelingt es ihr endlich, ihr Anderssein in Worte zu fassen. Dabei belässt es Schreiter aber nicht, vielmehr illustriert sie eine ganz wunderbare Reihe von Graphic Novels, die sehr anschaulich erklären, was es mit Autismus auf sich hat und wie ihr persönlicher Alltag aussieht. Die Geschichte generiert nicht nur Aufmerksamkeit, sondern berührt auch an vielen Stellen, besonders wenn es um Mobbing-Erfahrungen in der Schule geht. Für mich stellte die „Schattenspringer“-Reihe dieses Jahr alle anderen illustrierten Geschichten in den Schatten.

Gegenwartsliteratur

Und die Gewinner*in des deutschen Buchpreises 2019 ist… Saša Stanišić mit „Herkunft“! Das Thema an sich könnte ja aktueller nicht sein, mich hat aber vor allem das vom Autor selbst gelesene Hörbuch beeindruckt. Wie Stanišić halb biographisch von Kindheitserinnerungen und Fluchterfahrungen berichtet, hat mich an vielen Stellen mitgenommen, nicht zuletzt, weil Stanišić selbst darüber erzählt.

Meine größte Enttäuschung

Ich hatte mit mir gerungen, ob ich die Rezension überhaupt schreiben sollte, sogar auf Twitter nach einem Meinungsbild gefragt. Letzten Endes habe ich versucht, so objektiv wie möglich zu beschreiben, warum „Der letzte Magier von Manhattan“ von Lisa Maxwell so ganz und gar nicht mein Buch war. Ich bin heute noch froh darüber, das Buch abgebrochen zu haben.

Meine meistbesuchten Bücherblogs 2019

Es ist sehr schön, Teil einer so wertschätzenden und freundlichen Community zu sein wie der der Buchblogger*innen (zumindest den Teil, den ich kennengelernt habe). So ein Buchblog ist nicht nur Hobby, sondern stellenweise auch harte Arbeit, das weiß ich selbst und ich bin seit Mai einer Menge wahnsinnig toller Buchblogs begegnet. Ein paar davon habe ich besonders häufig besucht:

  • Kerstin und Janna von kejas-blogbuch.de sind sehr aktiv in der Self-Publishing-Szene (ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben) und Rezensionen von ihnen sind oft nicht einfach ein Text, sondern eher ein Erlebnis. Außerdem hat mich Janna eiskalt bestochen 🙂 Ich hoffe, die beiden sind bald aus dem Wartungsmodus zurück!
  • Gabriela stand mir von Anfang an mit Rat und Tat bei Fragen zum Blog zur Seite. Und ihre Comic-Empfehlungen auf buchperlenblog.com haben meinen Stapel ungelesener Bücher ganz schön strapaziert.
  • Bella ist gesegnet mit einem ganz ausgezeichneten Büchergeschmack. Außerdem ist ihr Blog bellaswonderworld.de/ so schön, dass ich immer ein wenig neidisch bin, wenn ich bei ihr vorbeischaue.
  • Jill von letterheart.de/ hat ein Herz für Zombies. Das reicht auch schon.
  • Den ersten Gastbeitrag hat Tina auf meinem Blog geschrieben. Auf ihrem Blog frolleinvonkunterbunt.wordpress.com gibt es jede Menge Feministisches zu entdecken. Und sie benutzt Gendersternchen!
  • Beeindruckt hat mich die Menge der Artikel, die wöchentlich bei Aleshanee erscheinen. Ich glaube sie hat einmal erwähnt, dass sie drei bis vier Stunden pro Tag liest. Wahnsinn, wie viel auf ihrem Blog blog4aleshanee.blogspot.com los ist.
  • Für einen Blick über den großen Teich nutze ich Scarletts Blog scarlettreadzandrunz.com und verpasse so keine interessanten amerikanischen Neuerscheinungen.

Was ich mir für das neue Jahr vornehme

Im neuen Jahr soll nicht alles beim Alten bleiben, das wäre ja langweilig. Ein paar Dinge habe ich mir im neuen Jahr für meinen Blog vorgenommen:

  • Mehr Kooperationen. Ich möchte noch mehr mit meinen Mitblogger*innen zusammenarbeiten, wie beim feministischen September. Ich will also noch die ein oder andere weitere Aktion planen, zum Beispiel einen Comic-Monat im März. September ist dann natürlich auch wieder Feminismus-Zeit (und alle anderen Monate sowieso). Ich bin auch immer offen für Gastbeiträge und Interviews aus dem Literaturbereich. Wer möchte, der melde sich gerne.
  • Ein neues Layout. Ich sehe so viele schöne Buchblogs da draußen, ich glaube, auch der Buchwinkel könnte noch ein wenig heimeliger werden. Vielleicht schaffe ich es im Sommer ja, einmal ordentlich durchzufegen und den Blog neu herauszuputzen. Hoffentlich mache ich dabei nichts kaputt!
  • Ein schöneres Bewertungssystem. Meine Gütesiegel sind bisher nur ein Platzhalter, ich habe vor, die Buchbewertung noch ein wenig aufzuhübschen. Und wer weiß, vielleicht ändert sich dadurch ja auch der Aufbau meiner Rezensionen ein wenig?
  • Mehr Diversität. Der Buchblog hatte schon einen ziemlichen und – wie ich finde – positiven Einfluss auf meine Lesegewohnheiten. Im neuen Jahr möchte ich noch gerade hinsichtlich der Autor*innen noch diverser lesen.

Der Song zum Jahresabschluss

So, ehrlicherweise war es das auch schon. Mit diesem Lied möchte ich euch aus dem alten Jahr entlassen und wünsche allen Leser*innen einen Guten Rutsch ins neue Jahr!

7 Kommentare zu „Mein Jahresrückblick 2019“

  1. That’s a great post. I know we all have to improve things on our blogs from time to time. Shine it up and make some changes. I’m glad overall it’s going well for you. Thanks for the mention too 🙂
    I am up for the buddy read whenever you are ready 😉
    All the best to you and yours for 2020. Happy New Year

  2. Hallöchen,
    ich mag so Statistiken in Rückblicken ja immer sehr gerne 🙂 Autoren und Autorinnen habe ich auch ausgewertet und war tatsächlich überrascht, dass die Autorinnen bei mir doch deutlich vorne lagen 🙂
    Von denen gelesenen Büchern kenne ich leider kein einziges, wobei ich immer mal wieder mit „Herkunft“ liebäugle.
    Ein schönes neues Jahr wünsche ich dir noch.
    Liebste Grüße, Kate

    1. Liebe Kate,

      ich versuche dieses Jahr auch, noch deutlich mehr weibliche* Autor*innen zu lesen. Vielleicht schafft es Herkunft ja irgendwann als Hörbuch auf deinen SuB?

      Viele Grüße und ein schönes neues Jahr dir,
      Nico

  3. Schönen guten Morgen und ein Frohes Neues Jahr wünsch ich dir auch hier nochmal! Jetzt komme ich endlich dazu auch die Jahresstatistiken zu durchforsten – schön zu sehen wie ihr alle euer Lesejahr Revue passieren lasst 😀

    Ich hatte ja bisher immer ein ausgewogenes Gleichgewicht mit Autoren und Autorinnen, aber 2019 waren es tatsächlich mal mehr Männer, die ich gelesen hab. Das lag vor allem an den Reihen, denen ich mich gewidmet hatte, wenn man da mehrere Teile liest kommen dann am Ende einfach viele zusammen. Aber ich hab schon gesehen dass ich in diesem Jahr auch wieder mehr Frauen auf meinen Leselisten habe 🙂

    Ich stolpere auch immer wieder über schöne Blogs – also vom Aussehen her – aber ich muss sagen dass ich deine schlichte Linie tatsächlich auch sehr mag. Das sticht einfach raus, aber wenn man eine Veränderung mag, will ich dich natürlich nicht abhalten 😀

    Von deinen Lieblingsbüchern kenne ich leider keins, aber „Tiefsee“ wurde schon öfter erwähnt, das scheint schon richtig toll zu sein!
    Von Joe Abercrombie hab ich natürlich auch schon gehört, aber bisher kam ich einfach noch nicht dazu. Ich hab ja mal meine Reihen notiert die ich 2020 lesen möchte und das sind sooooo viele!!! Und da sind noch nicht mal alle vermerkt, die noch auf meinem SuB schlummern bzw. auf der Wunschliste O.O Wann soll ich das nur alles lesen?! *lach*
    Und ja, ich lese tatsächlich meist 3-4 Stunden abends, bis ich halt irgendwann einschlafe ^^ Vielen Dank auch fürs Erwähnen von meinem Blog, das freut mich natürlich sehr <3 Es gibt aber wirklich viele tolle Blogger und Bloggerinnen, da wirst du sicher noch viele positive Erfahrungen beim Entdecken und Kennenlernen machen!

    Ich wünsche dir ein wundervolles Jahr und viele spannende Lesestunden!

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Mein Jahresrückblick

    1. Liebe Aleshanee,

      bei den drei bis vier Stunden pro Abend wirst du sicher dazu kommen, alle interessanten Bücher des nächsten Jahres zu lesen, ich glaub an dich. Und die besten von dir gelesenen lese ich dann auch, ich komme nämlich leider viel weniger zum Lesen. Manchmal bin ich ja ein wenig neidisch auf dich 🙂

      Ich wünsche dir ebenfalls ein wundervolles Jahr und ganz viele schöne neue Buchentdeckungen!

      Liebe Grüße,
      Nico

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