Wenn es mit dem Eltern werden nicht klappt – ein Interview mit Melanie Amélie Opalka

Ich freue mich sehr, dieses Jahr als Blogger an der Online-Buchmesse teilzunehmen. Die OBM bietet Autor*innen, Blogger*innen und kleinen Verlagen die Möglichkeit, sich und ihr Programm zu präsentieren. Im Rahmen des Patenprogramms wurden Autor*innen und Blogger*innen zusammengewürfelt. Ich durfte Melanie Amélie Opalka kennenlernen, deren Buch „Mach mir’n Kind“ seit kurzem erhältlich ist. In diesem Interview erzählt sie, worum es in ihrem Buch geht und wie sie auf die Idee dazu kam.

Hallo Amélie =) Die Onlinebuchmesse hat uns zusammengewürfelt und nun darf ich dich ganz herzlich als meine Autorinnenpatin begrüßen. Stell dich doch zu Beginn kurz vor.

Ja, moin erstmal und gern, ich bin also Amélie, und irgendwie schreib ich schon immer 😉 Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass ich es immer noch bizarr finde, mich als Autorin zu bezeichnen, obwohl ich ja mittlerweile sechs Bücher geschrieben hab.

Du hast vor kurzem den Roman „Mach mir’n Kind“ veröffentlicht. Du schreibst darin humorvoll über ein beinahe schon tabubehaftetes Thema: Ein Paar möchte ein Kind bekommen, aber es klappt einfach nicht. Wie bist du zu dem Thema gekommen?

Im Prinzip war es genau anders herum: Das Thema kam zu mir und zwar genau wie zu den meisten: ungefragt. Wir wollten Kinder und es ging nicht. Zwei eigentlich gesunde Erwachsene und doch funktionierte es aufgrund meiner medizinischen Vorgeschichte nicht ohne Hilfe. Und dann bist du mittendrin in so einem Strudel aus Hilflosigkeit, Emotionen und guten Ratschlägen … für mich war es da erlösend, am Ende in der Kinderwunschpraxis zu landen.

Und trotzdem war es skurril – deshalb war ich auch überrascht, wieviele Leute unser Schicksal teilten. Je mehr ich darüber sprach, um so mehr Leute outeten sich auch und um so größer wurde mein Wunsch, anderen aus dieser heftigen Situation herauszuhelfen – mit ein bisschen Humor und Augenzwinkern.

Mittlerweile bist du selbst Mutter. Wie viel Inspiration schöpfst du aus deinem eigenen Leben?

Ich bin meine größte Inspirationsquelle. Alle meine Bücher haben zumindest einen autobiographischen Kern. So war es eben auch bei „Mach mir’n Kind“. Allerdings hab ich wie gesagt mittlerweile so viele Erfahrungen von anderen Paaren gesammelt, Anekdoten, Dramen etc., da war es leicht, das Buch ohne zu viel persönlichen Ballast zu schreiben – nun ist es eben wirkliche Fiktion.

In „Mach mir’n Kind“ wird Vieles rund um Schwangerschaften behandelt, es hat manchmal fast aufklärerische Züge. Ovulationstests, In-vitro-Fertilisation, Eileiterschwangerschaft… Wie verlief deine Recherche?

Auch hier kam mir die eigene Erfahrung zu Gute, ein bisschen hab ich mir von anderen geliehen und dann gibt’s da noch meinen besten Freund „Google“ … ach ja und nicht zu vergessen den tollen Prof. Braun von Amedes, damit ich auch fachlich alles möglichst korrekt wiedergebe.

Wenn wir schon dabei sind: Gibt es eine Stelle im Buch, die dir ganz besonders gefällt? Falls ja, welche ist das?

Mir gefällt das Kapitel „Schwimmerqualitäten“ – eine der nicht autobiographischen Anekdoten, aber ich muss jedes Mal wieder selbst lachen, wenn ich das Kapitel lese.

„Ähm, ich hab einen Termin zur Untersuchung…“, ich blicke mich um und senke, obwohl wir allein im Vorraum sind, die Stimme eine Nuance, „na, wegen der… ähm… Fruchtbarkeitsuntersuchung.“
Ihr Lächeln wird noch etwas breiter, und in ihre Augen tritt etwas… ja, was mag es wohl sein? „Mitleid“ schießt es mir durch den Kopf, und seit Jahren bekomme ich das erste Mal wieder rote Ohren. Sie lehnt sich verschwörerisch vor und senkt ebenfalls die Stimme.Auszug aus dem Kapitel 'Schwimmerqualitäten'

Der Ich-Erzähler in deinem Buch ist männlich, seine Partnerin wird nie mit Namen angesprochen, daran musste ich mich erst gewöhnen. Für mich hat das Distanz zu ihr aufgebaut. Welche Überlegungen stehen hinter dieser Entscheidung?

Purer Egoismus. Als ich anfing das Buch zu schreiben, war das Thema für mich noch ein so wunder Punkt, dass ich genau diese Distanz brauchte. Mit je mehr Frauen ich sprach, um so klarer wurde mir, dass ich das Buch nie aus der Perspektive einer Frau schreiben können würde – dann wäre es einfach zu viel Drama gewesen. Glaub mir, so ist es viel lustiger 😉

Du spielst in deinem Buch auch mit Klischees. Der Mann will erstmal keine Kinder, hört manchmal nicht zu, informiert sich von sich aus wenig über alternative Möglichkeiten des Kinderkriegens. Was, denkst du, muss sich ändern, damit diese Rollenklischees in der Realität weniger häufig vorkommen?

Ach, ich glaub, es muss sich gar nicht viel ändern. Biologisch ist es nun einmal so, dass wir als werdende Mütter die ganze Hormonnummer durchmachen. Da ist es einfach natürlich, dass uns das Thema näher geht. Aber die werdenden Papas werden immer besser: interessierter, beteiligter, die Neugier wächst und die gesellschaftliche Anerkennung, wenn Männer eben auch gern Vater sein wollen. Mit jedem Mann, der sich in der Rolle wohl fühlt, wird es weniger Klischees geben.

Und zum Abschluss: Welche(s) Projekt(e) verfolgst du aktuell? Die Gerüchteküche besagt ja, dass du schon an einer Fortsetzung schreibst…

Ja, und das ist auch gar kein Geheimnis. 😉 Ich bin am 1.11. mit 11.000 Worten beim NaNoWriMo (National Novel Writing Month) gestartet und bin wild entschlossen, Ende November mit der Rohfassung durch zu sein. Arbeitstitel: „Papa – 1. Lehrjahr“. Ab Weihnachten suche ich dann Probeleser, also wenn einer Lust hat …

Und ansonsten packe ich gerad Buchboxen im Wert von 15€, also wenn jemand noch ein lustiges Weihnachtsgeschenk braucht, schreibt mir eine Nachricht:

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