“Laut und selbstbestimmt” von Sandra Jungmann

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2022

Könnt ihr aus dem Stehgreif zehn deutschsprachige Feminist*innen nennen? Oder wird es irgendwann eng? Mir fällt die Aufgabe mittlerweile deutlich leichter und das liegt vor allem an “Laut und selbstbestimmt – Wie wir wurden, wer wir sind” von Sandra Jungmann. Die Autorin hat 15 Gespräche mit feministischen Aktivistinnen geführt und daraus Portraits gebastelt, die sich informativ lesen und neugierig machen.

Laut und selbstbestimmt | Autorin: Sandra Jungmann
Verlag: Leykam | Erschienen am: 03.03.2022 | Seiten: 192

Von Hürden und Hindernissen

Vorgestellt werden Frauen aus verschiedensten Berufsgruppen, unter anderem Schriftstellerin Mithu Sanyal, Politologin Emilia Roig, Schauspielerin Verena Altenberger oder Musikerin Antje Schomaker. Der Fokus der Gespräche liegt auf den Ereignissen, die die Frauen politisiert und radikalisiert haben. Dabei erzählen nicht nur die Interviewpartnerinnen teils offen von ihren Traumata, auch Autorin Jungmann gibt viel von sich preis:

Ich fühle mich heute, vier Jahre später, manchmal immer noch unzulänglich, wenn ich mit meiner Tochter zu zweit beim Abendessen sitze und mir die Frage stelle, ob ich als Mutter alleine eh genüge und ihr eine genauso wertvolle Familie sein kann, wie es eben “vollständige” Familien sind.Laut und selbstbestimmt, S. 18

Die Interviews werden teilweise sehr persönlich, bleiben in manchen Bereichen aber auch vage. Das macht aber gar nichts, viele der vorgestellten Frauen sind auch im Internet und auf Social Media zu finden, sodass man sich selbst weitergehend informieren kann. Vielleicht ziehen manche Lesende aus den Portraits ja Inspiration für ein eigenes feministisches Engagement, wer weiß?

Erwähnt werden sollte vielleicht, dass die Autorin selbst in Wien wohnt und die vorgestellten Personen teilweise auch eher im österreichischen Raum aktiv sind, was für mich keinesfalls ein Grund gegen die Lektüre war. Allerdings werden wir das Patriarchat wohl nicht nur mit (augenscheinlich) able bodied cis Frauen stürzen können, weshalb mir die Auswahl der Interviewpartnerinnen doch ein wenig eingeschränkt vorkam.

Der Song zum Buch

2 Kommentare zu „“Laut und selbstbestimmt” von Sandra Jungmann“

  1. Klingt sehr interessant! Solche persönlichen Einblicke, wie Menschen politisiert wurden, finde ich sowieso immer spannend 🙂 Wobei dein Einwand, dass es vielfältiger hätte sein können, sicher berechtigt ist – aber in Kombination mit anderen Büchern etc. ist das Buch bestimmt ein guter Einblick in die feministische Szene.

    1. Hey Sunita,

      ja das stimmt. „Laut und selbstbestimmt“ sollte nicht für sich stehen, aber in Kombination mit anderen Büchern zum Thema „Feminismus“ kann es durchaus seinen Beitrag leisten und einige neue Anregungen geben =)

      Liebe Grüße,
      Nico

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