„Invincible“ Band 1

Die Animationsserie zu den „Invincible“ Comics ist seit kurzem bei Amazon Prime zu sehen. Nicht nur hat die Serie irre gute Bewertungen bei rottentomatoes und IMDB, sie schaffte es sogar in die Feuilletons mehrerer großer Zeitungen. Der Spiegel bescheinigte ihr zum Beispiel „potenziell tiefe, genrekritische Abgründe“. Kein Wunder, schließlich steckt „The Walking Dead“-Schöpfer Robert Kirkman hinter der Comicvorlage, auf der die Serie basiert (auch wenn sie dramaturgisch an manchen Stellen Änderungen vorgenommen hat).

“Invincible“ Band 1 | Text: Robert Kirkman | Zeichnungen: Cory Walker / Ryan Ottley
Farben: Bill Crabtree | Übersetzt von: Frank Neubauer
Verlag: Cross Cult | Erschienen am: 16.10.2019 | Seiten: 352
Werbung: Rezensionsexemplar

Nicht noch ein Superheld!

CN: Explizite Gewaltdarstellungen, Abgetrennte Körperteile, Sprengstoffwesten

Superheld*innen-Comics gibt es wie Sand am Meer. Gerade bei den Marvel und DC läuft vieles nach den immer gleichen Mustern ab. Innovationen sind rar gesät, zumindest bei den großen Lizenzen. Aber abseits des Weges, da findet sich das ein oder andere Juwel.

Tatsächlich startet auch „Invincible“ recht generisch. Unser Superheld Mark erhält seine Origin-Story (Papa kommt von einem anderen Planeten) und lernt nach und nach, mit seinen Kräften umzugehen. Er muss Schule und Berufung unter einen Hut bringen (Hallo Spider-Man) und wird Mitglied des Teen-Teams (Superheld*innengruppen, ganz was Innovatives). Auch ein Schwarm ist (natürlich!) Teil der Handlung.

Nach und nach betreten weitere Figuren die Bühne, die mindestens Parallelen zu altbekannten Held*innen aufweisen. „Invincible“ belässt es aber nicht dabei, lediglich eine Homage an andere Comics zu sein. Nach und nach werden Klischees auf die Schuppe genommen oder über Bord geworfen, bevor es plötzlich einen großen Knall gibt und die ganzen ausgetretenen Pfade nicht nur verlassen, sondern gleich weggesprengt werden. Wow. Das traf mich unvorbereitet. Und auf einmal ändert sich der Grundtenor der Geschichte und auch die Illustrationen werden deutlich brutaler – weg ist der Wohlfühlfaktor vom Anfang. Ein Hammer, der richtig Lust auf mehr macht und von mir fünf von fünf Lesezeichen erhält. Band 2 ist schon fest in meiner Leseplanung verankert.

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