Hörbücher voller Heldinnen

Wie ihr sicher wisst, höre ich auch fleißig Hörbücher, gerade auf dem täglichen Weg zur Arbeit. Nun habe ich neulich diesen Artikel im Audible Magazin zu furchtlosen Sci-Fi-Heldinnen gelesen. Die Liste ist gut, ich möchte sie allerdings ein wenig erweitern und euch im Folgenden meine liebsten Hörbuch-Heldinnen vorzustellen.

Gideon

Gideon aus „Ich bin Gideon“ von Tamsyn Muir teilt sich meine Liste mit der von audible, einfach weil sie sowas von spitze ist und die Geschichte einmalig. Die Buchrezension von mir findet ihr hier, aber auch als Hörbuch geht diese Space Opera nicht mehr aus dem Kopf. Sprecherin Dagmar Bittners leicht kratzige Stimme passt wunderbar zu Gideons sarkastischen Äußerungen und der düsteren Zukunftsvision. In einem Wettstreit auf Leben und Tod muss sich Gideon mit der verhassten Prinzessin ihres Hauses, Harrowhark, zusammentun, um das neunte Haus vor dem Untergang zu bewahren. Dass es in der Geschichte auch eine queere Romanze vorkommt, macht sie nur noch besser.

Kira

Kira ist Xeno-Biologin und als solche dafür verantwortlich, die Außerirdische Flora und Fauna zu untersuchen, bevor ein neuer Planet von den Menschen besiedelt werden kann. Normalerweise findet sie unterschiedliche Bakterienformen, dieses Mal allerdings stößt sie auf einen außerirdischen Sand, der ein Bewusstsein zu haben scheint und eine Symbiose mit Kira eingeht. Das macht sie zu einem einmalig interessanten Objekt und alle wollen sie in die Finger bekommen – nicht nur das Menschenmilitär, auch andere außerirdische Rassen wollen Kira unbedingt in die Finger bekommen. „Infinitum“ von Christopher Paolini ist ein richtig dicker Brocken, ganze 32 Stunden ist das Hörbuch lang (Das Buch kommt auf 960 Seiten). Noch besser hätte ich es gefunden, wenn das Hörbuch von einer Frau eingelesen worden wäre, schließlich ist die Handlung aus Kiras Sicht geschrieben.

Circe

Wer etwas mit griechischer Mythologie anfangen kann, kommt bei „Ich bin Circe“ von Madeline Miller voll auf ihre Kosten. Circe, Nymphe und Tochter des Sonnengottes Helios, hatte schon immer ihren eigenen Willen. Der wird ihr irgendwann zum Verhängnis und sie wird verbannt auf eine einsame Insel am Rande der Welt. In Vergessenheit gerät sie trotzdem nicht, denn es verirren sich nicht nur Jason und Odysseus, sondern auch Hermes und Athene auf ihre Insel. Die Geschichte ist voller leiser Töne und handelt von einer Frau auf der Suche nach sich selbst. Noch besser als Millers Debütroman „Das Lied des Achill“ .

Essun

Von der preisgekrönten „Broken Earth“-Trilogie habe ich schon in meiner Buchrezension geschwärmt. Die Dystopie über eine Welt am Abgrund und eine Erde, die sich gegen den Raubbau durch die Menschen auflehnt ist absolut fantastisch. Schließlich dachten die Menschen lange, sie könnten die Erde kontrollieren, bis sie durch ein riesiges Inforne eines Besseren belehrt wurden. Essun, die in dieser sterbenden Welt eigentlich nur ihre Tochter retten will, wird von Sprecherin Lena Münchow toll zum Leben erweckt, weshalb „Zerrissene Erde“ von N. K. Jemisin auch ein Hörgenuss ist. Nahe am Besten, was Fantasy und Science Fiction zu bieten haben.

Jazz

Jazz Bashara könnte sich eigentlich glücklich schätzen, schließlich darf sie auf der einzigen Stadt auf dem Mond wohnen. Blöd nur, dass das Leben dort verdammt teuer ist. Also schmuggelt Jazz illegale Güter auf den Mond, was natürlich irgendwann schiefgehen muss. Und so findet sich Jazz inmitten einer Verschwörung wieder, bei der nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht. „Artemis“ von Andy Weir hat viel Spannung und gleichzeitig jede Menge interessante Ideen über eine mögliche Kolonie auf dem Mond zu bieten. Und es ist toll zu hören, wie Jazz die ganzen auftauchenden Probleme mit ihrer Improvisationsgabe löst.

Starr

Vielleicht noch eindrücklicher als in vielen Sachbüchern stellt „The Hate U Give“ von Angie Thomas das Thema Rassismus dar. Die Teenagerin Starr balanciert zwischen zwei Leben: Dem auf der teuren und vorwiegend weißen Privatschule und dem in ihrer armen schwarzen Nachbarschaft. Als Starr Zeugin wird, wie ihr bester Freund aus Kindheitstagen unbewaffnet von einem Polizisten erschossen wird, gerät ihr Leben aus den Fugen. Niemand ist ernsthaft an der Aufklärung der Schießerei interessiert und Starrs ganzes Leben droht an diesem einen Moment zu zerbrechen. Die Parallelen zu den Ereignissen dieses Sommers in den USA sind riesig. Das Ganze ist wahnsinnig intensiv auf Englisch gelesen von Schauspielerin Bahni Turpin. Schade, dass es bisher kein deutsches Hörbuch gibt.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top