Feminismus,  Geschichte mal weiblich

[Geschichte mal weiblich #3] Lakshmibai

Eine Illustration von Lakshmibai aus dem Buch "Kickass Women"
aus „Kickass Women“ von Mackenzi Lee

Nein, Lakshmibai ist keine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, in der dir durch komplizierte Verrenkungen deine Nackenwirbel wieder gerade gerückt werden.* Lakshmibai lebte Anfang bis Mitte des 18. Jahrhunderts in Indien und sollte sich als „die gefährlichste unter den Rebellenanführern“ einen Namen bei den britischen Besatzern machen. Wie jedoch wurde Lakshmibai zur Rebellin? In diesem Beitrag zum feministischen September erfahrt ihr mehr.

Die erste Bachelorette

Der Maharadscha der indischen Provinz Jhansi war auf der Suche nach einer geeigneten Braut und ließ die Frauen seines Reichs zum Rapport bei ihm antreten. Aus all den Frauen wurde schlussendlich Lakshmibai ausgewählt und zur Rani (Königin) von Jhansi gemacht. Für die beiden gab es allerdings kein „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.“ Der gemeinsame Sohn starb nach wenigen Monaten und der Maharadscha wurde krank. Aus Mangel an männlichen Erben wurde ein Neugeborener adoptiert, der nach des Königs Ableben gemeinsam mit Lakshmibai regieren sollte.

Die britische East India Company war mit der Thronfolgelösung allerdings nur so mittel einverstanden und putschte die ganze Familie kurzerhand vom Thron. Stattdessen wurde das Land nun von britischen Beamten regiert und viele traditionelle hinduistische Rituale wurden verboten. Ein Hoch auf den Kolonialismus. Lakshmibai versuchte, juristisch gegen den den Putsch vorzugehen, was ihr natürlich nicht gelang.

Die revolutionäre Anführerin

Da das Justizsystem versagte, revoltierte Lakshmibai in bester Kohlhaas-Manier. Sie griff das britische Fort an und massakrierte deren Besatzer mit dem Ziel, die Briten endgültig aus Jhansi zu vertreiben. Dabei mischte sie ganz vorne mit: Angeblich ritt sie – das Kind auf dem Rücken, in jeder Hand ein Schwert – in vorderster Reihe mit in die Schlacht. Außerdem bildete sie andere Frauen im Kampf aus und stellte sich aus diesen eine persönliche Leibgarde zusammen. Ziemlich feministisch.

Lakshmibais Schlachtenglück sollte allerdings nicht ewig währen, denn die Briten rückten mitsamt mehreren tausend Soldaten und Kanonen an, um Jhansi zurückzuerobern. Trotz Unterstützung aus der Bevölkerung wurde Lakshmibai geschlagen und entkam den Angreifern nur, indem sie auf ihrem Pferd eine steile Stadtmauer hinunter ritt. Sie führte den Kampf weiter und fiel wenige Monate später.

Weil sie zu einer Galionsfigur für den indischen Unabhängigkeitskampf wurde, stehen noch heute Statuen von ihr in Agra und Ahmedabad. Mehrere öffentliche Gebäude sind nach ihr benannt, außerdem eine Frauen-Einheit der indischen Armee.

Die Informationen für die Beiträge der Reihe [Geschichte mal weiblich] stammen aus den Büchern „Good Night Stories for Rebel Girls“, „Good Night Stories for Rebel Girls 2“ und „Kickass Women“. Teilweise wurden zusätzlich Internetquellen zurate gezogen.

Die Beitragsreihe [Geschichte mal weiblich]

*diese Behauptung wurde nicht empirisch überprüft.

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