Feminismus,  Geschichte mal weiblich

[Geschichte mal weiblich #1] Hatschepsut

aus „Kickass Women“ von Mackenzi Lee

„Kennst du Hatschepsut?“ „Gesundheit!“ Eine repräsentative Studie* hat ergeben, dass dies die am häufigsten gegebene Antwort auf diese Frage ist. Im feministischen September möchte ich das nicht so stehen lassen und mit der Reihe [Geschichte mal weiblich] den Fokus auf außergewöhnliche Frauen in der Weltgeschichte legen. Also, was ist an Hatschepsut außergewöhnlich?

Die männliche Pharaonin

Hatschepsut wurde etwa 1495 v. Chr. geboren und regierte Ägypten als erste Pharaonin fast 22 Jahre lang bis zu ihrem Tod 1457 v. Chr. Ursprünglich war Hatschepsut als Frau ihres Bruders Pharao Thutmosis II. nur Königin. Als ihr Gatte aber starb und ihr Stiefsohn noch Windeln trug, ließ sie sich kurzerhand zur Pharaonin krönen. Um keine Zweifel an ihrer Regierungsfähigkeit aufkommen zu lassen, rief sie sich zum König statt zur Königin aus, änderte ihren Namen und ließ Statuen von sich mit falschem Bart errichten.

Während ihrer Regentschaft ließ Hatschepsut unzählige Prachtbauten an den Ufern des Nils errichten, unter anderem einen zehnstöckigen Obelisken mit der Inschrift: „Ich war schon immer König.“ Das Land erblühte unter einer Zeit des Friedens und Wohlstands. Der Handel mit den Nachbarländern florierte. Hatschepsut wär länger an der Macht und brachte ihr Land weiter voran als jeder andere ägyptische Pharao, aber das sollte ihr keinen unsterblichen Ruhm einbringen…

Der unfreundliche Stiefsohn

Mit etwa Mitte vierzig starb Hatschepsut (wohl eines natürlichen Todes, entweder durch Krebs oder Diabetes) und ihr Stiefsohn Thutmosis III. folgte ihr auf den Thron. Thutmosis III. stellte sich als ziemlich fleißig im Auslöschen des Andenkens seiner Stiefmutter heraus: Er ließ ihre Denkmäler und Statuen abreißen, ihren Namen aus Aufzeichnungen löschen und ihre Errungenschaften als seine eigenen ausgeben.** So fiel Hatschepsut lange Zeit dem Vergessen anheim, bis 1822 Ägyptologen in der Nähe ihrer Grabstätte auf Hieroglyphen mit ihrem Namen stießen. 1903 fand man zwar ihren Sarg, jedoch ohne Mumie. Die Mumie tauchte erst 2007 auf und kann heute im Ägyptischen Museum in Kairo bewundert werden.

Die Informationen für die Beiträge der Reihe [Geschichte mal weiblich] stammen aus den Büchern „Good Night Stories for Rebel Girls“, „Good Night Stories for Rebel Girls 2“ und „Kickass Women“. Teilweise wurden zusätzlich Internetquellen zurate gezogen.

*traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast.
** Aussage aus Kickass Women, Wikipedia sagt, die Zerstörung der Andenken datiere sich auf einen späteren Zeitpunkt. Mir gefällt die Geschichte vom neidischen Stiefsohn aber besser.

5 Kommentare

  • Buchperlenblog

    Huhu Nico!
    Eine richtig coole neue Reihe ist das hier bei dir! Pharaonen sind sowieso immer sehr spannend, finde ich, und wenn sie weiblich sind, dann glatt noch viel mehr. Danke dir für den schönen EInblick! Die Bücher „Good Night Stories“ 1 und 2 finde ich im übrigen auch wirklich richtig toll, kurz, knackig und so informativ. ♥

    Alles Liebe!
    Gabriela

  • Bella

    Hi Nico,

    eine coole Reihe die du hier gestartet hast. Ich finde solche Geschichten auch immer super interessant und mich fasziniert Ägypten sowieso schon seit der Schulzeit.

    Die Reihe „Good Night Stories for Rebel Girls“ finde ich auch richtig Klasse. Bisher habe ich den ersten Band gelesen, der zweite steht noch im Regal. „Kick As Woman“ muss ich mir wohl auch noch zulegen 🙂 – ich liebe einfach diese kurzen und informativen Geschichten!

    Hab einen tollen Start ins Wochenende.

    Herzliche Grüße
    Bella

  • Nico aus dem Buchwinkel

    Liebe Bella,

    die Bücher passen ja wunderbar zu den ganzen übrigen feministischen Büchern, die du immer vorstellst. Ich denke manchmal: Wow, wo hast du denn wieder dieses tolle Buch/ diese tolle Graphic Novel ausgegraben 🙂 Umso mehr freut es mich, wenn ich dich auch inspirieren kann.

    Liebe Grüße und ein ebenso schönes Wochenende,
    Nico

  • Anja

    Hi Nico,
    die kurzen Biographien über Frauen finde ich auch sehr toll. Die Rebel Girls 1 stehen bei mir auch im Regal. Das zweite Buch muss ich mir erst noch zulegen. Sind in Kick-Ass-Woman andere Frauen abgelichtet als in den Rebel Girls oder überschneiden sie sich da sehr?

    Liebe Grüße
    Anja

    • Nico aus dem Buchwinkel

      Liebe Anja,

      In „Kick-Ass Women“ sind noch einmal viele andere Frauen als in den beiden Rebel Girls-Büchern. Zudem ist der Fokus eher auf eine erwachsene Leserschaft gelegt. Die Portraits sind länger und informativer. Es gibt ein paar Überschneidungen, wie zum Beispiel Hatschepsut, aber nicht sehr viele. Ich hoffe, das hilft dir weiter.

      Liebe Grüße,
      Nico

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