Feministische Kinderbücher

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2021

Als kleinen Nachtrag zum #femtember möchte ich noch einige feministische Kinder- und Jugendbücher vorstellen, die sich mittlerweile in meinen Regalen sammeln. Ich finde es sehr wichtig, Kinder schon für Diversität und Diskriminierung zu sensibilisieren. Meine Hoffnung ist, dass Kinder mit entsprechendem Bewusstsein zu einer gerechteren und offeneren Gesellschaft beitragen.

Julian ist eine Meerjungfrau

Text und Bilder: Jessica Love | Übersetzt von: Tatjana Kröll | Verlag: Knesebeck

Julian möchte gern eine Meerjungfrau sein. Zum Glück hat er eine Großmutter, die ihn in seinem Vorhaben unterstützt! Das Bilderbuch ist nicht nur wunderschön gezeichnet, es kommt auch mit ganz wenig Text aus. So bleibt Platz für die Fantasie, Zwischenräume selbst auszufüllen und Geschichten um diesen kleinen Einblick in Julians Leben herumzuspinnen. Die Figuren im Buch können als Schwarz gelesen werden und geschlechtsspezifische Stereotype werden außen vor gelassen. Bei jedem Durchschauen finde ich neue Details und bekomme dann total Lust darauf, selbst zeichnerisch tätig zu werden.

Große Erfinderinnen und ihre Erfindungen

Autorin: Aitziber Lopez | Illustrationen: Luciano Lozano | Übersetzt von: Svenja Becker | Verlag: Ueberreuter

Schluss mit Einstein, Tesla und da Vinci! Dieses Buch stellt große Erfinderinnen vor, die (vermutlich) niemand kennt. Da wäre zum Beispiel Maria Beasley, die das Rettungsboot erfunden hat. Oder Mary Anderson, die sich für den Scheibenwischer verantwortlich zeigt. In den kurzen Begleittexten geht es auch im die besonders hohen Hürden, die Frauen überwinden mussten. Mary Anderson konnte ihre Erfindung erst überhaupt nicht anmelden lassen, da Frauen 1903 noch einen Mann (Ehemann, Vater, Bruder, …) brauchten, wenn sie eine Erfindung anmelden wollten. Kein Wunder, dass in diesem misogynen Klima die Namen vieler Erfinderinnen verschwunden sind. Aber das lässt sich ja ändern. Zum Beispiel mit der Lektüre dieses Buches.

Ein Baby! Wie eine Familie entsteht

Autorin: Rachel Greener | Illustrationen: Clare Owen | Übersetzt von: Mika Maier | Verlag: Penguin Random House

Linus Giese sagt zu “Ein Baby! Wie eine Familie entsteht”:

Ich freue mich SO sehr darüber, dass es dieses Buch gibt, weil ich wirklich kaum ein anderes Aufklärungsbuch kenne, dass so darum bemüht ist, inklusiv zu formulieren (es wird zum Beispiel von Personen gesprochen, die schwanger sind und nicht von schwangeren Frauen oder Müttern, das find ich gut!) – wirklich toll, und eine große Empfehlung für alle Eltern und Kinder ab 5 Jahren!Linus Giese

Dem kann ich mich nur anschließen und ich möchte das sogar noch erweitern. Dieses Aufklärungsbuch ist nicht nur um inklusive Formulierungen bemüht, sondern auch um inklusive bildliche Repräsentation. Es gibt Illustrationen von homosexuell gelesenen Eltern, Eltern mit Behinderung, Alleinerziehenden, BIPOC, … Auch wenn ich nicht vollauf mit allen Texten glücklich bin, bildet das Buch die reale menschliche Vielfalt weitaus besser ab, als alle anderen Aufklärungsbücher, die ich kenne. Große Empfehlung auch von mir!

Was ist eigentlich dieses LGBTIQ*?

Autor*innen: Linda Becker, Julian Wenzel | Illustrationen: Birgit Jansen | Verlag: migo (Oetinger)

Ooookay, das ist nicht wirklich ein Kinderbuch, sondern von der Textmenge und den Themen her eher für Jugendliche. Ich hätte mir in meiner Pubertät jedenfalls so ein Buch gewünscht. Einen “Begleiter in die Welt von Gender und Diversität”. Meine Eltern hatten davon nämlich nicht den Hauch einer Ahnung. Welche Geschlechtsidentitäten gibt es? Wie läuft eigentlich ein Coming-Out? Und muss ich mit LGBTIQ*-Menschen anders reden? Diese Fragen (und noch viele weitere) werden im Buch beantwortet, außerdem kommen queere Menschen in Interviews zur Sprache, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Wie gesagt, ich hätte mir dieses Buch als Jugendlicher gewünscht…

1 Kommentar zu „Feministische Kinderbücher“

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