Fantasy-Hörbücher abseits des Mainstreams

Neulich habe ich im Audible Magazin eine beeindruckende Grafik zu Fabelwesen in der Fantasy-Literatur gesehen. Darauf: Welche Fantasiegeschöpfe in welchen Büchern vorkommen. Zwerge, Trolle, Einhörner und viele mehr werden in der Grafik beschrieben. Die meisten vorgestellten Fabelwesen versammeln übrigens Bernhard Hennen und Robert Corvus in ihrer Phileasson-Saga. Da scheint wirklich alles vorzukommen (wobei ich die Bücher weder gelesen noch gehört habe). Leider enthält die Audible-Grafik nur die ganz großen und bekannten Fantasyreihen. Da ich aber auf den Herrn der Ringe keine Lust mehr habe und von Harry P. gar nicht erst anfangen will, hier ein paar Fantasy-Hörbücher voller Fabelwesen, die noch nicht alle gehört haben.

Dämonen, Monster, Magier*innen

Magier*innen haben es in “Scholomance – Tödliche Lektion” von Naomi Novik nicht leicht. Ihr Mana zieht ununterbrochen verschiedenste Monster und Dämonen an und wer Pech hat, wird verschlungen. Besonders in der Pubertät wird es gefährlich, wenn die magischen Kräfte erwachen aber Kontrolle und Übung noch fehlen. Da werden selbst kleinste Monster, die sich in Duschköpfen sammeln, zur Todesfalle. Zu ihrem Schutz werden die Jugendlichen deshalb gemeinsam in eine große Zauberschule geschickt – die Scholomance. Blöd nur, dass auch die besten Schutzmaßnahmen nicht alle Monster ununterbrochen draußen halten können und so wird der Weg zum Klassenzimmer schnell zum Abenteuer. Eingesprochen wurde das Hörbuch von Leonie Landa, deren Stimme die ständige Verachtung der Hauptfigur allen anderen gegenüber gut rüberbringt. Ich fand die Figur manchmal nervig, das lag aber keinesfalls an der Sprecherin.

Vampire und Werwölfe… und Geister!

Das Graveyard-Buch“ mag für ein jüngeres Publikum geschrieben sein, ist aber in jedem Alter hörenswert, wie alles von Neil Gaiman. Die Handlung spielt zum größten Teil auf einem Friedhof und die Bewohner*innen sind zumeist: Geister. Als sich ein Kleinkind auf den Friedhof verirrt, werden die Erziehungsfähigkeiten der Geister ziemlich auf die Probe gestellt. Sie holen sich Hilfe in Form eines Vampirs und einer Werwölfin. Vampire und Werwölfe sind ja sonst eher schlecht gelaunte Kreaturen, aber sie können auch in Elternrollen glänzen. Eingesprochen ist das Hörbuch von Jens Wawrzeck, dessen Stimme mir Gänsehaut bereitet hat.

So gar nicht elfenhafte Elfen

Elfen sind mir eigentlich zu standard. Zu klassisch, zu “anmutig“, zu arrogant, zu hell. Im Allgemeinen kann ich wenig mit ihnen anfangen. Nun hat James A. Sullivan in “Das Erbe der Elfenmagierin“ die Elfen quasi neu erfunden und auf einmal kann ich richtig etwas mit ihnen anfangen! Divers und verständnisvoll, neugierig auf die Welt und in Austausch mit anderen Völkern. Hach, wenn Fantasy immer so wholesome wäre! Meine Rezension zum Buch gibt es übrigens hier. Schön, dass es jetzt auch ein von Oliver Siebeck gelesenes Hörbuch gibt.

Skelette, Skelette, Skelette

In der futuristischen Welt von “Ich bin Gideon” nimmt eine bestimmte Art von Fabelwesen großen Raum ein: Richtig, es handelt sich um Skelette! Die vielen Totenbeschwörer*innen nutzen Skelettkonstrukte für verschiedenste Tätigkeiten: Hausarbeiten, Gebäudeinstandhaltung, Gegnerbeseitigung… Mit ein wenig Knochen ist nichts unmöglich. Menschliche Skelette sind dabei nicht die einzigen Konstrukte, denen Gideon und Harrow im Laufe der Handlung begegnen… Dagmar Bittners Stimme transportiert im Hörbuch genau die Coolness, die Hauptfigur Gideon so lässig zur Schau stellt.

Die komplette Wunschliste

Einzelne Fabelwesen sind dir nicht genug? Dann sind die “Könige der Finsternis” genau das Richtige für dich! Nicholas Eames schreibt in seinem Debütroman einen Liebesbrief an Fantasy als Genre und packt dabei so ziemlich alles ein, was mensch sich vorstellen kann. Ein zweiköpfiger Ettin, bei dem sich beide Köpfe streiten? Kein Problem. Drachen, Minotauren, Bäume mit Bewusstsein (Ents), Zauberer, Elfen mit Hasenohren? Klar, alle dabei und gegen die meisten wird auch noch gekämpft. Da bleiben keine Wünsche offen. Das Hörbuch wird gelesen von Josef Vossenkuhl, der die Stimmen der Figuren in meinen Ohren gut getroffen und die Geschichte prima vertont hat. Definitiv eines meiner liebsten Fantasy-Hörbücher!

Welches (Hör-)Buch enthält eure Lieblingsfabelwesen? Und welche sind eure liebsten Fantasy-Hörbücher? Erzählt es mir in den Kommentaren =)

5 Kommentare zu „Fantasy-Hörbücher abseits des Mainstreams“

  1. Dank dir wartet Gideon ja bereits als Print auf mich und du wundervoller Mensch schickst mir die Elefenmagierein <3 Und "Scholomance" werde ich gleich mal erstöbern und auf meine Hörbuchliste packen! Der Titel begegnete mir bislang nicht und klingt nach deiner Beschreibung recht interessant (=

    Muckelige Grüße!

  2. “Wholesome”, “divers” – “Das Erbe der Elfenmagierin” klingt echt gut! Ich habe lange keine “klassische” Fantasy mehr gelesen/gehört, bekomme aber dank dir nun wieder richtig Lust drauf.

    “Das Graveyard-Buch” steht dagegen seit Jahren auf meinem Audible-Merkzettel. Irgendwie hatte mich der Klappentext nie neugierig genug gemacht, um den Titel zu kaufen – das ist jetzt aber dir gelungen 😀

    1. Hey Kathrin,
      „Das Erbe der Elfenmagierin“ und dessen Nachfolger „Das Orakel in der Fremde“ sind zwar einerseits klassische Fantasy, bricht aber andererseits mit vielen der etablierten und teilweise toxischen Tropes, die so groß in dem Genre sind. Klare Empfehlung von mir =)

      Liebe Grüße,
      Nico

  3. Pingback: [Die Sonntagsleserin] Februar 2022 - Phantásienreisen

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