„Dune – Die Graphic Novel – Buch 1“

Neulich bin ich umgezogen. Ihr kennt das sicher: Frau* schleppt den ganzen Tag schwere Kisten und Möbel und abends fällt sie todmüde in ihr Bett und schläft sofort ein. So habe ich mich auch gefühlt, mit dem Unterschied, dass ich noch ein wenig in den gerade erschienenen Dune-Comic hineinschnuppern wollte. Und schwupps, auf einmal war der ganze Comic ausgelesen, so sehr hatte er mich gefesselt!

Dune – Buch 1 | Autoren: Brian Herbert & Kevin J. Anderson
Illustriert von: Raúl Allén & Patricia Martín | Verlag: SPLITTER
Erschienen am: 18.12.2020 | Seiten: 176 | Band: 1 von 3
Werbung: Rezensionsexemplar

Alte Geschichte…

CN: Mord, Entführung, Exekution

Die Story ist vielleicht einigen bekannt, sei es durch den Science-Fiction Klassiker von 1965 (dem noch einige weitere Bände folgten) oder durch Film oder Serien. Die geplante Neuverfilmung ist aktuell auf 2021 verschoben worden. Die Geschichte handelt von der Familie Atreides, die vom Imperator die Verwaltung des Wüstenplaneten Dune aufgetragen bekommen haben – dem Planeten, auf dem die unglaublich wertvolle Droge „Spice“ abgebaut wird. Die Harkonnen, die früheren Verwalter des Planeten, wollen ihren Reichtum jedoch nicht kampflos aufgeben und so kommt es zu Intrigen und hinterhältigem Verrat. Aber auch der Planet selbst ist alles andere als ungefährlich…

…originalgetreue Umsetzung

Im Vorwort erzählen die beiden Autoren vom Werdegang des Dune-Comics. Ihr Ziel sei es, eine „originalgetreue Adaption von Frank Herberts Klassiker aus dem Jahr 1965“ zu kreieren – ohne eigenen Stempel oder Veränderungen der Geschichte. Da der Originalroman aus drei Büchern besteht, wird auch der Comic in drei Einzelbänden erscheinen. Hinsichtlich Ästhetik und Bildern haben sich die beiden am von Frank Herbert etablierten Dune-Kanon orientiert und bestehende visuelle Interpretationen (z.B. aus den Filmen) ignoriert.

Ich muss gestehen, die Bilder sind klasse. Es gibt sicher die ein oder andere Parallele zu den Filmen, aber schließlich gehen alle auf dasselbe Grundmaterial zurück. Trotzdem hat der Comic einen ganz eigenen Stil geschaffen, der mir wahnsinnig gut gefällt. Von der Darstellung der Figuren über die Coloration, die durch Komplementärfarben gezielt Akzente in den Panels setzt, bis hin zu den gelungenen Actionsequenzen. Der ganze Comic ist einfach eine runde Sache und eine würdige Neuinterpretation des Originals.

Nicht nur für Fans

Es ist ewig her, dass ich das (erste) Buch gelesen habe und bei der Recherche musste ich feststellen: Es gibt allein ganze sechs Bücher vom Originalautor. Und dann noch weitere, die auf Grundlage von Notizen und Manuskripten in der Zusammenarbeit zwischen Frank Herberts Sohn und dem Science-Fiction Autor Kevin J. Anderson entstanden sind. Derselbe Kevin J. Anderson, der auch für den Dune-Comic als Mitautor fungiert, also vermutlich einer der Menschen, die sich am besten mit dem Dune-Universum auskennen. Ich bilde mir ein, dass frau* diese Hingabe zu dem Stoff im Comic beim Lesen spürt.

Der Comic hat mir so viel Lust auf die Erzählung gemacht, dass ich mir nun eine schöne Schmuckausgabe vom ersten Buch der ursprünglichen Trilogie bestellt habe – und wer weiß, vielleicht geht es danach sogar noch mit den anderen Büchern aus dem Universum weiter. Vorerst warte ich aber auf den zweiten Comicband, schließlich ist der erste ganz großes Kino! 5 von 5 Lesezeichen von mir und eine Leseempfehlung nicht nur für Fans, sondern für alle, die mit Comics und Science-Fiction etwas anfangen können. Ich glaube, auch ohne Vorkenntnisse käme frau* gut in die Geschichte hinein. Und über die eigentlich geplante (und von mir auch schon vorbestellte) Vorzugsausgabe, die dann aus rechtlichen Gründen nicht erscheinen durfte, hüllen wir einfach den Mantel des Schweigens. Schließlich ist auch die Standardausgabe von Splitter gewohnt hochwertig und der Kleber riecht sooo gut =)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top