„Die Republik“ von Maxim Voland

Und wenn es umgekehrt gelaufen wäre?Die Republik, S. 5

Das ist die Prämisse von Maxim Volands heute erscheinenden Roman „Die Republik“. Statt einer Bundesrepublik gibt es in Volands alternativer Realität eine gesamtdeutsche DDR und einen kleinen widerständigen kapitalistischen Inselrest West-Berlin. Die DDR ist dabei nahe am Original, mit allen Vor- und Nachteilen des Systems, aber funktionierender Planwirtschaft und als führende hochtechnologisierte Wirtschaftsmacht. Welch Gedankenspiel!

Die Republik | Autor: Maxim Voland
Verlag: Piper | Erschienen am: 26.10.2020 | Seiten: 528
Werbung: Rezensionsexemplar

Treffen sich zwei Agent*innen…

Die DDR floriert. Sie hat sich losgesagt von ihrem dem Kapitalismus verfallenen großen Bruder Russland und ist zu einer sozialistischen Weltmacht aufgestiegen. Im ummauerten Berlin-Deutschland hingegen tummeln sich alle möglichen ausländischen Agent*innen, der Kapitalismus regiert und es gibt sowohl absurden Reichtum als auch abgründige Elendsviertel.

In dieses Szenario hineingeworfen wurden die Britische MI6-Agentin Harper, eine Art weiblicher James Bond, der alte und verbitterte Stasi-Oberst Gustav sowie der französische Tourist Chris, der seine Familie in der DDR zum ersten Mal besucht. Das Leben aller drei ändert sich schlagartig, als ein Giftgasanschlag mitten in Ostberlin tausende Menschenleben fordert. Wer steckt dahinter? Die Amerikaner, die einen Krieg provozieren und den sozialistischen Makel endgültig von der Landkarte fegen wollen? Das regierende Zentralkomitee der SED, um das Volk gegen einen gemeinsamen Feind zu einen? Oder jemand, der ganz eigene Pläne verfolgt? Das gilt es für alle drei aus unterschiedlichen Gründen herauszufinden, während jederzeit ein weiterer Giftgasanschlag drohen könnte.

Geschüttelt, nicht gerührt

Mein Bruder ist Soldat im großen Panzerwagen,
und stolz darf ich es sagen:
Mein Bruder schützt den Staat,
mein Bruder schützt den Staat.Auszug aus einem DDR-Pionierlied, Die Republik S. 283

Die gesamte Geschichte über verbindet Voland wahnsinnig gekonnt Fiktion mit Geschichte, historische Ereignisse mit einer alternativen Gegenwart, dass Erfindung und Realität nicht schwer auseinanderzuhalten sind.

Die Handlung leidet unter diesem Gerüst nicht, ganz im Gegenteil: „Die Republik“ ist ein spannender, beizeiten atemberaubender Agententhriller, geradlinig, mit einer guten Mischung aus Action, Brutalität und Rahmenhandlung und eingebettet in ein erfrischend unverbrauchtes Szenario. Ich bin begeistert und vergebe 5 von 5 Lesezeichen!

Der Song zum Buch

7 Kommentare zu „„Die Republik“ von Maxim Voland“

  1. Hallo Nico!

    Das Buch liegt derzeit noch auf meiner WuLi, aber ich hoffe, ich komme trotzdem noch irgendwann dazu es zu lesen. Denn: Ich bin immer wieder angefixt von diesen „Was wäre wenn“-Gedankenspielen und finde es schön, wenn „Alternate History“, dieser bei uns ziemlich unbekannte Teil des Phantastik-Genres, wieder etwas präsenter in der deutschsprachigen Literatur wird. Falls dich sowas begeistert, kann ich dir in dem Kontext auch Oliver Henkel empfehlen 😉 .

    Liebe Grüße
    Ascari

      1. Er ist glaub ich auch nicht mehr so bekannt, aber in den Nuller Jahren hat er mit seinen Büchern immerhin zweimal den deutschen Phantastik-Preis gewinnen können :).

        Auf der Wiki findest du einen kurzen Abriss, was er geschrieben hat: https://de.wikipedia.org/wiki/Oliver_Henkel

        Am besten gefallen haben mir damals „Kaisertag“ und „Im Jahre Ragnarök“. Es gab aber auch von Siegfried Langer mit „Alles bleibt anders“ nen ziemlich genialen Alternate History-Roman.

        Ansonsten gibt es natürlich noch den Klassiker „Vaterland“ von Robert Harris und aus jüngerer Zeit „NSA“ von Andreas Eschbach (falls du die noch nicht kennst).

        Liebe Grüße
        Ascari

        1. Hey Ascari =)

          „NSA“ von Andreas Eschbach kenne ich. Ich habe auch Gerüchte gehört, dass Eschbach hinter dem Pseudonym „Maxim Voland“ stecke. Hätte nie gedacht, dass es tatsächlich Markus Heitz ist!

          Vielen Dank für deinen Aufriss zu Oliver Henkel, „Im Jahre Ragnarök“ spricht mich spontan vom Titel her total an.

          Liebe Grüße,
          Nico

          1. Hi!

            Bitte gerne 🙂
            Das mit Markus Heitz hat mich auch überrascht, aber irgendwie ist er seinem Genre ja treu geblieben, hat quasi nur in einen anderen Bereich gewechselt 😀 …

            Liebe Grüße
            Ascari

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