Die Hit-Girl Topliste

Nachdem mich Comic-Autor Mark Millar mit seinen „Space Bandits“ mehr als begeistert hat, habe ich nach weiteren Projekten von ihm gesucht. Dabei bin ich auf „Kick-Ass“ und insbesondere auf die „Hit-Girl“-Reihe gestoßen. Eine zwölfjährige Antiheldin, von ihrem verstorbenen Vater zur Killermaschine ausgebildet, die jetzt in Eigenregie um die Welt reist und Gangster zur Strecke bringt? Hört sich nach einer vielversprechenden Prämisse an. Die Idee, dass jede Geschichte dabei von einem anderen Team aus Autor und Zeichner*in entworfen wird, ist dabei Fluch und Segen zugleich. Aus diesem Grund habe ich eine Topliste erstellt und die fünf bisher bei Panini erschienenen Bände in ein Ranking gebracht. Von einem enttäuschenden fünften bis zu einem herausragend unterhaltsamen ersten Platz. Also Vorhang auf für Hit-Girl!

Platz 5: Hit-Girl in Kanada

Autor: Jeff Lemire | Zeichner: Eduardo Risso

Hit-Girl verfolgt die Spuren zu einem Drogen-Syndikat nach Kanada und macht in schneebedeckten Bergen Jagd auf den Sohn des Gangsterbosses. Der bekommt davon Wind und rückt höchstpersönlich an, um Hit-Girl das Licht auszupusten. Die Story beinhaltet wenig Überraschungen und ist beinahe ein wenig langweilig. Auch der beinahe kindlich anmutende Zeichenstil konnte mich überhaupt nicht überzeugen. Das Kanada-Abenteuer belegt insgesamt einen verdienten fünften Platz!

Platz 4: Hit-Girl in Hongkong

Autor: Daniel Way | Zeichner: Goran Parlov

Nicht nur die Drogengeschäfte der Mafia in Kanada, auch der Schmuggel und die Grausamkeit der Triaden in Hongkong lassen Hit-Girls Herz höher schlagen. Sie schlägt der Schlange also flugs den Kopf ab und realisiert erst zu spät, dass ihr nur eine Puppe zum Fraß vorgeworfen wurde. Um an den wahren Boss zu kommen, greift sie auf die Hilfe einer jugendlichen Straßengang zurück, doch die Triaden scheinen ihr immer einen Schritt voraus zu sein. Die ziemlich clevere Gegnerin macht den Comic interessant und auch das Finale kann sich sehen lassen, trotzdem kann der Band nicht mit den anderen mithalten und landet deshalb auf Platz 4.

Platz 3: Hit-Girl in Hollywood

Autor: Kevin Smith | Zeichnerin: Pernille Ørum

Als Hit-Girl einen Amoklauf an einer Schule vereitelt, stolpert sie über ein Buch, deren Hauptfigur… sie selbst ist. Und das auch noch verfilmt wird! Also macht Hit-Girl sich auf nach Hollywood, um sich die Dreharbeiten selbst anzusehen und trifft auf eine Schauspielerin, die alles tut, um sich adäquat in ihre Rolle hineinzuversetzen. Das zeichnerische Debut der dänischen Illustratorin Pernille Ørum hat mir gut gefallen: Große Panels, dicke Linien und reduzierte Hintergründe bestimmen die Geschichte. Extrapunkte gibt es für den unsubtilen Kommentar zu sexueller Gewalt in der Filmbranche. Das alles reicht locker für einen unterhaltsamen dritten Platz.

Platz 2: Hit-Girl in Kolumbien

Autor: Mark Millar | Zeichner: Ricardo Lopez Ortiz

Kommen wir endlich zum Erschaffer von Hit-Girl, Mark Millar. Das erste ihrer Solo-Abenteuer spielt in Kolumbien, wo Hit-Girl im Auftrag einer rachedürstenden Mutter ein Kartell auseinander nimmt. Als Komplizen hat sie sich ausgerechnet den berüchtigsten Killer des Kartells ausgesucht. Ein perfider Plan, der aber auch einige Schwächen aufweist. Die Geschichte ist wendungsreich und brutal, aber besonders beindruckend fand ich die Ästhetik des Bandes. Die Doppelseiten sind zum Großteil in farblich abgestimmten Pastelltönen gehalten, die der Gewalt einen fast surrealistischen Anstrich geben und die Figuren sind einzigartig überzeichnet. Ein lohnenswerter kleiner Urlaub also.

Platz 1: Hit-Girl in Rom

Autor: Rafael Scavone | Zeichner: Rafael Abuquerque

Platz 1 in der großen Hit-Girl Topliste geht verdientermaßen in allen Kategorien an… Hit Girl in Rom! Beim Versuch, einen Diebstahl zu vereiteln stolpert Hit-Girl direkt in die Arme der italienische Mafia, die von einer mörderisch verrückten alten Dame im Nonnengewand geführt wird. Hit-Girl muss sich bis an die Zähne bewaffneter Nonnen-Killerkommandos erwehren, während sie gleichzeitig mit dem Verlust ihres Vaters und ihrem eigenen Teenager-Dasein zu kämpfen hat. Kein leichter Tobak, aber fantastisch dargestellt. Die Actionszenen sind hervorragend gezeichnet und das Charakterdesign aller Figuren (und besonders der alten Giustina) ist exzellent. Kein Comic, sondern ein Genuss und eine große Leseempfehlung von mir!

Der Song zu den Comics

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