„Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones

Lasst uns das neue Jahr beginnen mit jeder Menge Magie, einer zauberhaften ältesten Schwester und der fiesesten Hexe, von der ich seit langem gelesen habe. Wie? So viele Frauen und das geschrieben von einer Autorin, kann das noch Fantasy sein? Kleiner Scherz, die Umstände sind zwar weiterhin prekär (hier sehr gut beschrieben), aber ich habe durchaus Hoffnung, dass der Trend zu diverseren Figuren und mehr weiblichen* Autorinnen im Rampenlicht anhält und wir irgendwann bei so etwas wie Gleichberechtigung ankommen.

Das wandelnde Schloss | Autorin: Diana Wynne Jones | Erstveröffentlichung: 1986
Übersetzt von: Dr. Gabriele Haefs | Verlag: Knaur | Veröffentlicht am: 02.12.2019
Seiten: 304

Vor diesem Buch hatte ich nur über, aber nicht von Diana Wynne Jones gelesen, und das obwohl sie mehr als dreißig Jahre lang Fantasy-Bücher schrieb, von denen einige sogar verfilmt wurden. Sie starb 2011 und es gibt einen ziemlich rührenden Nachruf von Neil Gaiman. Zum Glück hat Jennifer Jäger (alias Liza Grimm) aus dem Lektorat von Knaur es sich zur Aufgabe gemacht, eine Neuübersetzung von „Howls Moving Castle“ auf den Markt zu bringen – vielen Dank dafür an dieser Stelle. Nun darf also auch ich in den Genuss dieser fantastischen Geschichte kommen.

Das Pech der Älteren

Hauptfigur Sophie hat großes Pech: Sie ist die älteste von drei Töchtern und deshalb, wie jeder weiß, dazu bestimmt, kläglich zu scheitern. Daher ist es für sie nicht weiter verwunderlich, als eines Tages die böse Hexe der Wüste ihren kleinen Hutladen betritt und sie mit einem Fluch belegt. Sophie, nun im Körper einer alten Frau, kennt nur einen Ausweg aus der Misere: Sie muss in das fliegende Schloss gelangen, das immer wieder über ihrem Heimatdorf gesehen wird, und den gefürchteten Zauberer Howl um die Auflösung des Fluchs bitten. Leider verbietet ihr der Zauber, auch nur ein Wort über ihren Fluch zu verlieren und mit ihren alten Knochen ist Sophie auch längst nicht mehr so schnell unterwegs…

So entspinnt sich eine Geschichte voller liebenswerter Figuren, die Diana Wynne Jones sehr menschlich und nachvollziehbar geschrieben hat. Hier ein Beispiel, das mir besonders im Gedächtnis geblieben ist:

„Als Kind wäre Sophie vor Scham im Erdboden versunken, wenn sie sich so aufgeführt hätte wie jetzt. Als alte Frau war es ihr egal, was sie tat oder sagte. Das empfand sie als große Befreiung.“

S.63

Besonders gut gefallen hat mir auch der Schreibstil dieser Neuübersetzung. Die überwiegend kurzen und klaren Sätze ließen sich wunderbar herunterlesen und machten die Lektüre von „Das wandelnde Schloss“ für mich zu einem großen Lesevergnügen. Das einzige, was mir nicht hundertprozentig gepasst hat, war das Zusammenfügen der Handlungsstränge am Ende. Deshalb von mir 4,5 von 5 Gütesiegeln und eine Leseempfehlung an alle, die gerne fantastische Literatur lesen. Die indirekte Fortsetzung „Der Palast im Himmel“ erscheint übrigens im August 2020 in einer Neuübersetzung mit ähnlich schönem Cover.

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7 Kommentare zu „„Das wandelnde Schloss“ von Diana Wynne Jones“

  1. Huhu Nico!
    Schön zu sehen, dass dir das Wandelnde Schloss auch so gut gefallen hat! 🙂 Ein sehr magisches Abenteuer, dass uns Diana Wynne Jones da vorgesetzt hat. Ich freu mich auf jeden Fall auch auf die Fortsetzung um Howl, und gucke bis dahin sicherlich auch noch mindesens einmal das wandelnde Schloss in der zauberhaften Verfilmung.

    Liebe Grüße!
    Gabriela

    1. Hey Gabriela,

      ich freue mich auch schon auf die Fortsetzung und werde mir auch andere Bücher von Diana Wynne Jones einmal genauer ansehen. Hast du Neil Gaimans Nachruf gelesen? Da spricht er ja in unglaublich hohen Tönen von ihr als Autorin 🙂

      Liebe Grüße,
      Nico

  2. Ist schon irgendwie lustig, aber auch sehr schön, dass die neue Generation jetzt diese altgediente Autorin entdeckt.

    Ich habe diese Bücher gelesen, als der Buchmarkt noch nicht so von Fantasy überschwemmt wurde; es sind Kinderbücher, keine Frage, aber gut gemacht und flüssig zu lesen.

    Ich suche die Bücher gleich mal raus, habe ewig nicht mehr an sie gedacht; eingestiegen bin ich damals mit „Deep Secret“, das auf einer Fantasy Con spielt, damals noch was völlig Unbekanntes hierzulande.

    Viel Vergnügen beim Weiter-Lesen – Brigitte

  3. Huhu (=

    Ich überlege noch, ob ich es lesen will, da ich die Ghibli Verfilmung bereits kenne. Jap, ich mag Geschichten nicht mehr Lesen, wenn ich die Verfilmung bereits kenne. Andere reizt es gerade dann, bei mir muss erst das Buch und dann der Film sein. Das Cover ist absolut ein #CoverMachenBuecher *-*

    Mukkelige Grüße!

    1. Hey Janna,

      das kann ich verstehen Mir ist es so herum auch lieber, ich habe den Film dazu aber auch noch nicht gesehen Das Cover ist klasse, da hast du recht. Aber wenn dir die Story an sich gefallen hat, dann wäre ja der inoffizielle Nachfolger, der im August erscheint, etwas für dich?

      Liebe Grüße,
      Nico

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