“Das Orakel in der Fremde” von James A. Sullivan

Ende September vergangenen Jahres erschien “Das Erbe der Elfenmagierin” von James A. Sullivan, der Auftakt zu einer Dilogie, die jetzt mit “Das Orakel in der Fremde” ihren Abschluss findet. In meiner Rezension zum ersten Band hatte ich mich begeistert über die wertschätzende und hoffnungsvolle Stimmung im Buch gezeigt, woran der zweite Band nahtlos anknüpft. Aber der Reihe nach. Zuallererst bin ich sehr froh darüber, die Bände endlich signiert im Regal stehen zu haben! Wer das auch möchte, auf Twitter hat James mehr Infos dazu.

Das Orakel in der Fremde | Autor: James A. Sullivan | Verlag: Piper
Erschienen am: 27.01.2022 | Seiten: 432

Time is a river

CN laut Buch: Gewalt, Tod, Verfolgung, Verlustängste, Gefangenschaft, Blut, Tentakel, Fremdbestimmung, Tötung von Tieren, Trauer, Selbstzweifel, Leistungsdruck, Abtrennung von Gliedmaßen

Zur Story möchte ich nicht zu viel verraten, es passiert ja schon einiges im ersten Band. Nur so viel: Ardoas Suche nach der seinem Volk verloren gegangenen Seelenmagie und dem Orakel von Beskadur gehen weiter, allerdings mit einem Zeitsprung zwischen den beiden Büchern. Die Figuren im “Orakel in der Fremde” sind also älter und auch die Lebensumstände haben sich geändert. Das passt in meinen Augen gut, da “Zeit” und “Generationenwechsel” wichtige Plätze in der Geschichte einnehmen.

Ein paar Schwierigkeiten hatte ich mit den vielen und teilweise ähnlich klingenden Namen der Figuren im Buch. Namen kann ich mir sowieso schon schlecht merken und gerade weil ich Band zwei mit etwas zeitlichem Abstand zu Teil eins gelesen habe, bin ich anfangs schwer hineingekommen. Der Autor hat aber glücklicherweise für Menschen wie mich vorgesorgt und so finden sich im Anhang sowohl ein Verzeichnis der Figuren, als auch ein Glossar (und Tags zum Inhalt sowie Inhaltswarnungen!). Sehr aufmerksam von James.

I feel good… again

Die hoffnungsvolle und wholesome Grundstimmung aus “Das Erbe der Elfenmagierin” zieht sich natürlich auch durch den zweiten Band. Einer Person wird Wiedergutmachung für einen vergangenen Verrat ermöglicht, wo in anderen Büchern ewige Feindschaft herrschen würde. Eine andere Stelle zum Thema “Schwangerschaft” hat mir besonders gut gefallen, weil die schwangere Person nicht automatisch von einer gefährlichen Reise ausgeschlossen wurde:

Als Yeraidena offenbarte, dass sie schwanger war, erhob sich Jerudana sogleich, kam zu ihr herüber, schloss sie in die Arme und küsste sie fest auf die Wange.
Als sie sich wieder in die Augen schauten, sagte Yeraidena: “Du wirst mich nicht nach Hause schicken?”
Jerudana schüttelte den Kopf. “Das ist gefährlicher, als dich in unserer Nähe zu behalten.”
“Und du traust mir zu, mit euch zu reisen? Da sind keine Zweifel?”
“Keine größeren als die, die dich selbst plagen sollten.”Das Orakel in der Fremde, S. 236

Auch der Spaß kommt nicht zu kurz und es gibt wieder einige elfische Wort(neu)schöpfungen, zum Beispiel “Gimbelon-Gembelon” als Synonym für… das wird nicht verraten =)

Insgesamt habe ich mich wieder gut aufgehoben und von der Geschichte getragen gefühlt. “Das Orakel in der Fremde” zu lesen, ist häufig, wie nach einem langen und anstrengenden Tag ein Bad zu nehmen: Entspannend, wohltuend und erholsam. Verwechselt das bitte nicht mit langweilig, denn auch dieses Mal passiert wieder viel und es steht einiges auf dem Spiel. Wo aber andere Bücher die Handlung mit negativen Emotionen pflastern (was nichts Schlechtes sein muss, ich habe auch schon den ein oder anderen buchlangen Rachefeldzug verschlungen), geht das Buch einen anderen Weg, einen sonnigeren. Und das wirkt sich auch auf die Lesenden aus.

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