„Das Erbe der Elfenmagierin“ von James A. Sullivan

James A. Sullivan ist ein sehr sympathischer Autor. Nicht, dass ich ihn persönlich kenne oder schon mal getroffen hätte. Aber auf Online-Lesungen, beim Literaturcamp und generell auf Twitter macht Sullivan einen äußert freundlichen und empathischen Eindruck. Eine Person, mit der mensch gerne einen Nachmittag (und Abend) voller guter Gespräche verbringen könnte. Genau dieses Gefühl vermittelt Sullivan auch in seinem aktuellen Buch „Das Erbe der Elfenmagierin“, dem Auftakt zu einer Fantasy-Dilogie. Wer jetzt Angst vor Cliffhangern bekommt, keine Sorge: Band 2 und damit der Abschluss der Geschichte erscheint bereits Ende Januar 2022.

Das Erbe der Elfenmagiern | Autor: James A. Sullivan | Verlag: Piper
Erschienen am: 30.09.2021 | Seiten: 448

Time and time again

CN laut Buch: Gewalt, Tod, Verfolgung, Verlustängste, Gefangenschaft, Blut, Fremdbestimmung, Tötung von Tieren, Trauer, Selbstzweifel, Leistungsdruck, Gaslighting

Den Inhalt von „Das Erbe der Elfenmagiern“ haben schon andere zusammengefasst. Auch andere, die das viel besser können, als ich. Deshalb möchte ich hier gern Judith Vogt aus dem monatlich erscheinenden „Vreundschaftsbrief“ zitieren (den mensch übrigens hier abonnieren kann):

Das Buch erzählt „die Geschichte von Ardoas, einem Elf, der gerade “volljährig” geworden ist und zwar weiß, dass er die jüngste von mehreren Inkarnationen einer Heldin seines Volkes ist, aber die Erinnerungen an seine früheren Leben nicht erfassen kann. Er bricht, angespornt von seiner Mentorin, in die Welt der Menschen auf, wo ihn Begegnungen, Konflikte, Orte, Mordversuche und Orakelblicke mit seinen vergangenen Leben verknüpfen.“ (Judith Vogt)

Ausgetretene Pfade verlassen

Sullivans Elfen entsprechen nicht den üblichen Klischees. Sie sind weder ein aussterbendes Volk, noch von Menschen unterdrückt und in die Rebellion getrieben. Das in der Geschichte vorkommende Konzept von Tod und Wiedergeburt kenne ich ebensowenig in Bezug auf Elfen. Und außerdem sind die Elfen nicht alle dünn, blass und blond. Zum Glück.

Dann wären da auch noch die Inklusion von Gender und Sexualität. Nebenbei erfahren wir zum Beispiel von der Elfe Obureen, die ihren Körper an ihr Geschlecht angleicht. Das ist für fleißige Leser*innen meines Blogs sicher nichts neues, schließlich sind sie schon mit diverser und intersektional feministischer Progressiver Phantastik vertraut und James A. Sullivan ist einer der Vorreiter.

Ich wünsche mir eine Welt, in der es irgendwann nicht mehr erwähnenswert ist, dass Geschichten inklusiv und divers sind. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg, auf dem wir alle als Lesende progressive Autor*innen unterstützen können. Zum Beispiel, indem wir ihre Geschichten lesen.

I feel good

Was ich so gut fand und was “das Erbe der Elfenmagierin” für mich von vielen anderen abhebt ist diese wholesome (ich finde da keine hundertprozentig zufriedenstellende Übersetzung) und wertschätzende Beziehung zwischen den drei Protagonist*innen. Sie vertrauen einander und es gibt keinen Verrat, keine Aktion, die sie auseinander reißt. Kein Dolch im Rücken, wie mensch es von anderen Geschichten gewohnt ist. Auch die Personen auf ihrem Weg sind generell freundlich und hilfsbereit. Die Menge der Arschlöcher hält sich in Grenzen. Diese generelle hoffnungsvolle und wertschätzende Stimmung hat sich durch das ganze Buch getragen und dafür gesorgt, dass ich beim Lesen immer ein gutes Gefühl hatte.

Ein schönes Erlebnis war übrigens auch das gemeinsame Lesen und Besprechen von „Das Erbe der Elfenmagierin“ in der Leserunde des Buchclubs „Zum Legendarium“. Auch wenn ich selbst nur mäßig aktiv war, habe ich gern die Gedanken der anderen zum Buch gelesen.

Schließen möchte ich meine Rezension mit einem weiteren Zitat, einfach weil ich die Worte so passend finde:

Wer das nicht liebt, der*m kann ich auch nicht mehr helfen. Judith Vogt

1 Kommentar zu „„Das Erbe der Elfenmagierin“ von James A. Sullivan“

  1. Hi Nico!

    Das klingt mal etwas außergewöhnlich und genau nach meinem Geschmack. Schön auch, dass Band 2 bald kommt und dann auch direkt der Abschluss der Reihe ist. Ich pack mir das auf jeden Fall mal auf die Wunschliste und hoffe, ich kanns bald lesen 🙂

    Vielen Dank für die Vorstellung!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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