Fantasy und Science Fiction

„Im Zeichen der Mohnblume – Die Kaiserin“ von R. F. Kuang

Fantasy, geschrieben von einer Autorin, spielend in einer an das feudale China angelehnten Welt und mit einem Mädchen als Hauptfigur. Wenn das nicht mal etwas erfrischend Neues ist!

Das waren die ersten Zeilen meiner Rezension zum ersten Band der Trilogie: „Im Zeichen der Mohnblume – die Schamanin“. Das Mädchen ist inzwischen eine Frau, sonst hat sich nicht viel geändert. Es freut mich sehr, dass diese Geschichte, die zumindest ein Stück weit die ausgetretenen Fantasy-Pfade verlässt, auch in Deutschland verlegt wird und Aufmerksamkeit erfährt.

„Der Hof der Wunder“ von Kester Grant

Stell dir vor, die französische Revolution wäre gescheitert und in den Jahren danach herrschte das Gesetz des Dschungels in den Pariser Straßen. Ein “Tiger“ terrorisiert die Unterwelt und nur die „schwarze Katze“ wagt es, sich seinem Terror entgegenzustellen, soweit die Ausgangslage in „Der Hof der Wunder“. Allerdings sind in dem Roman rund um die neun Pariser Verbrechergilden nicht nur Elemente des Dschungelbuchs zu finden, auch eine dicke Brise „Les Miserables“ ist beigefügt. So begegnet Protagonistin Nina unter anderem Valjean, Javert und Thénardier. Glücklicherweise ist der Cast im Buch deutlich diverser als im Musical.

Kester Grants Erstlingswerk „The Court of Miracles“ ist im Juni 2020 im englischen Original erschienen. Groß war daher meine Überraschung, dass die deutsche Übersetzung es in einer broschierten Variante im Dezember 2019 auf die Ladentische geschafft hatte. Das muss ja ein richtiger Verlagscoup von Piper gewesen sein. Anfang November ist nun das Taschenbuch mit neuem Cover erschienen. Kommen wir also zur wichtigsten Frage: Wie lesenswert ist der Dschungelbuch-Les Miserables-Mix ohne Gesang denn nun?

„Infinitum“ von Christopher Paolini

Mit einem befriedigenden *plopp* klappt das Buch nach dem Lesen der letzten Seite zusammen. „Infinitum“ von Christopher Paolini hat mich nun eine ganze Zeit lang begleitet – weil ich aktuell nur wenig zum Lesen komme und weil der Wälzer immerhin 960 Seiten dick ist. Paolini selbst hat sich ganze neun Jahre mit dem Werk herumgeschlagen, nachdem ihm mit der Eragon-Reihe ja bereits Weltbestseller gelungen waren. Allerdings habe diesmal die Geschichte lange nicht richtig funktioniert und er habe sie immer wieder überarbeiten müssen, erzählt Paolini im Nachwort. „Infinitum“ sei nicht perfekt, aber die beste Fassung, die ihm zu schreiben möglich war. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie nervenaufreibend die Arbeit an dem Buch gewesen sein muss…

Was wäre, wenn die Frauen nie für ihre Rechte gekämpft hätten

EVA Herrschaft – eine Dystopie
Ein Gastbeitrag von Franziska Szmania im Rahmen des #femtember

Vielen lieben Dank, dass ich in diesem Monat meinen Roman EVA Herrschaft vorstellen darf. Ich habe den #femtember eher zufällig auf Twitter entdeckt und bin ganz begeistert von dieser Idee. Mein Debüt schien dafür wie geschaffen. Wir Autoren schreiben, um gelesen zu werden. Und meine Geschichte in die Welt zu tragen ist einer der schönsten Aufgaben in diesem Beruf. 

So lade ich dich, liebe Blogbesucher*in, ein, mich auf die Insel Selvia zu begleiten, auf der die Schülerin Eva lebt, die aus gutem Hause stammt und sich auf den Heiratsmarkt vorbereitet. Ihr kommt es gar nicht in den Sinn, dass ihr Leben falsch wäre. Stattdessen stellt sie sich selber in Frage und zerbricht beinahe daran. Wieso kann sie nicht sticken, wieso sich nicht so gut benehmen wie ihre Freundin Rahel und wieso hat sie Angst davor, einen älteren Mann zu heiraten, wo sie sich doch glücklich schätzen darf, ein gutes und sicheres Leben an seiner Seite führen zu können? Denn genau das verspricht Präsident Adam der Bevölkerung. Solange alles seine Ordnung hat und die Frau dem Mann untergeordnet bleibt, leben die Bewohner in Sicherheit und Wohlstand. Eine Rebellion stellt genau dies in Frage und offenbart, dass nicht alles wahr ist, was der Präsident die Bürger glauben lassen will.

Wie entsteht eine dystopische Geschichte mit den Themen Frauenunterdrückung und männliche Herrschaft?

Alles begann im April 2019: Die allgegenwärtige Diskussion um die Frauenemanzipation, ein steigender Trend von Frauenbiographien und ein Gespräch mit meiner Tochter waren die Quellen der Inspiration für EVA. 

Auf der Suche nach der Antwort, warum denn die Frau nicht dem Mann gleichberechtigt ist, bzw. dafür noch heute gekämpft werden muss, hat mich dazu verleitet, die Geschichte der Frauen zu recherchieren. Herausgekommen ist ein Roman, und keine historisch belegte Zusammenfassung von Gründen, wann und wieso die Frau dem Mann untergeordnet wurde. Denn jeder Fund, jede Entdeckung wurde mit der Brille der damaligen Zeit betrachtet. So war es selbstverständlich, dass Gräber aus der Steinzeit nach deren Inhalt einem Geschlecht zugeordnet wurden. Lag ein Messer im Grab, war es ein Mann. Lag eine Nadel im Grab, war es eine Frau. Erst spätere Untersuchungen haben viele Erkenntnisse in Frage gestellt. Als Nicht-Historikerin wage ich es daher nicht, mir ein Urteil darüber zu erlauben, warum und zu welchem Zeitpunkt die Frau nicht mehr dem Mann gleichgestellt war. Meine Vermutung ist, dass diese Ungleichberechtigung sich erst viel später entwickelt hat, als die gängigen Forschungen noch heute propagieren. 

Die bekanntesten Kämpfe von Frauen für die Gleichberechtigung begannen mit der Französischen Revolution. Die Frauenrechtlerin Olympe de Gouges und der Frauenmarsch nach Versailles sind nur Beispiele davon.

Was wäre aber, wenn die Frauen nie für ihre Rechte gekämpft hätten?

EVA Herrschaft ist ein Gedankenkonstrukt, in der das gesellschaftliche System der Geschlechtertrennung aus dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts weitergelebt hat, trotz aller Entwicklungen: Die Technik und Medizin sind weit fortgeschritten. Ressourcenvergeudung steht unter Strafe. Alles ist optimiert. Aber die Frau steht unter dem Mann. Sie ist das schwache Geschlecht. 

Und nein, die Welt auf Selvia ist nicht die schlimmste aller möglichen Welten. Historische und aktuelle Gegebenheiten haben mich zu einzelnen Kapiteln in meinem Roman inspiriert. Und doch zeigt die Realität, es geht noch schlimmer …

EVA: Herrschaft (Selvia-Reihe 1) 

Eine Insel.
Eine Regierung.
Eine Herrschaft.

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Es war besser, als ich von alledem nichts wusste. Leichter. Jetzt warte und bange ich.


Vor 200 Jahren hat die Insel Selvia sich vom Festland abgeschottet. Eine gewaltige Mauer wurde gebaut, um die Bevölkerung vor den massiven Unruhen auf dem Festland zu schützen.

Technisch und medizinisch hochentwickelt, ähnelt ihr gesellschaftliches System noch immer dem von vor 200 Jahren. Die Regierung unter Präsident Adam hält unangefochten an dem Herrschaftsrecht der Männer fest. »Nur wenn die natürliche Geschlechterordnung beibehalten wird, kann Frieden und Wohlstand herrschen.« (Präsident Adam in seiner Rede zum 200-Jährigen Jubiläum der Mauer)

Eva, Tochter eines Kaufmannes, steht kurz vor einem bedeutenden Ereignis in ihrem 16-jährigen Leben: dem Heiratsmarkt. Der Preis, den sie erzielt, bestimmt ihren Wert und ihre Zukunft. Eine Rebellion stellt diesen Wert in Frage und ihr Leben auf den Kopf. Was ist noch wahr in einer Welt, in der nichts so scheint, wie sie es jahrelang geglaubt hat.


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Ein dystopischer All Age Roman für Leser ab 14 Jahren.
Enthält Szenen mit Gewalt und Angst.
EVA Herrschaft ist der erste Teil der Selvia – Reihe, aber in sich abgeschlossen und kann eigenständig gelesen werden.
Das Buch ist als E-Book und Taschenbuch auf Amazon erhältlich.
Demnächst als Taschenbuch auch in deinem Buchladen um die Ecke. (November 2020)
MARTHA (Untertitel noch geheim) coming soon Frauentag 2021

Über die Autorin:

Die Autorin Franziska Szmania lebt mit Familie und Katze in Berlin und genießt das Schreiben am liebsten bei Kaffee und Schokolade. In ihren Geschichten stellt sie sich den menschlichen Abgründen und der Frage: »Was wäre, wenn …?«
Braucht sie Ruhe oder Inspiration, findet man sie an der Ostsee sitzen und ins Meer starren. Für sie gibt es keinen schöneren Kraftort.

Gerne geht sie auch in den Welten des WWW verschollen:

Website: www.szmania.org
Instagram: @franziska_szmania
Twitter: @schriebsal
Facebook: Schriebsal
Youtube: Schriebsal

Wer sie findet, darf gerne eine Nachricht hinterlassen 🙂

„Wasteland“ von Judith C. Vogt & Christian Vogt

Oder: Wie schreibe ich einen Roman in gendergerechter Sprache?

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des feministischen September 2020

Wir schreiben das Jahr 2064. Große Teile der Welt wurden durch biologische Kampfstoffe verseucht, sind nicht mehr bewohnbar, nur noch „Wasteland“. Das übrige Gebiet haben gewalttätige Gangs unter sich aufgeteilt, die andere mit toxischem Verhalten unterdrücken. Ziemlich dystopisch also, das Ganze. Gleichzeitig bietet die Geschichte von Judith und Christian Vogt aber auch eine utopische Aspekte, die durchaus zum Träumen anregen.

„Steinerner Himmel“ von N. K. Jemisin

Erst „Zerissene Erde“ . Dann „Brennender Fels“ . Und nun „Steinerner Himmel“ – Endlich ist die Broken Earth-Trilogie auch im Deutschen vereint, die so gut war, dass Jemisin als erste Autorin überhaupt in drei aufeinander folgenden Jahren den HUGO-Award gewonnen hat. Und ehrlicherweise weiß ich nicht so recht, was ich noch Neues und Lobpreisendes über diese Reihe sagen kann, das nicht schon in meinen Rezensionen zu den ersten beiden Teilen gesagt wurde. Die Trilogie ist ein absoluter Meilenstein und ein must-read für alle, die gerne Fantasy und Science Fiction lesen.

Ich hatte das Vergnügen, diesen dritten Teil im buddy read mit Nadine von woerteraufreisen.de zu lesen. Durch unsere Besprechungen ist mir dann tatsächlich noch das ein oder andere aufgefallen…

„Cursed – die Auserwählte“ von Thomas Wheeler

Lancelot. Gawain. Guinevere. Merlin. König Artus. Namen, die bei mir Freude entfachen. Schon als Kind habe ich die Geschichten um die Ritter der Tafelrunde in mich aufgesogen, aus Büchern und Filmen. Thomas Wheeler vermengt die Sage mit einer weiblichen Hauptfigur, Illustrationen vom legendären Frank Miller und einer dazu passenden Netflix-Serie. Als ich das hörte, war meine Vorfreude riesig. Wie, frage ich mich, konnte „Cursed – Die Auserwählte“ das alles nur so versauen?

„Das sternenlose Meer“ von Erin Morgenstern

„Das sternenlose Meer“ von Erin Morgenstern ist ein wirres Buch. „Wirr“ nicht im negativen Sinne, eher mit einer positiven Konnotation. Das Buch erzählt keine stringente Handlung, sondern vielmehr eine Geschichte in einer Geschichte in einer Geschichte. Die Charaktere sind Menschen und gleichzeitig Metaphern. Sie und ihre Handlungen stehen nicht nur für sich, sondern auch für größere Zusammenhänge. Ein sehr ambitioniertes Buch, aber macht das Lesen auch Spaß?

„Ich bin Gideon“ von Tamsyn Muir

Hand aufs Herz: Wann ist dir zum letzten Mal ein Buch beim Lesen nicht mehr aus dem Kopf gegangen? Wann hast du beim letzten Mal ständig an eine Geschichte gedacht, obwohl du das Buch gar nicht in der Hand hattest? Das war bei mir schon lange nicht mehr der Fall, bis… zu „Ich bin Gideon“ von der neuseeländischen Autorin Tamsyn Muir. Deshalb eine Warnung: Das hier wird weniger eine Rezension, als vielmehr eine Lobeshymne auf meine Favoritin für den Gewinn des diesjährigen HUGO-Awards.

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