Comics

“Vergiss mich nicht” von Alix Garin

“Vergiss mich nicht” von Alix Garin hat mich sehr an meinen Urgroßvater erinnert. Vor seinem Tod litt er an Alzheimer/Demenz (ich war zu jung, um mir der medizinischen Unterschiede bewusst zu sein) und ich konnte seinen geistigen Verfall hautnah miterleben. In dieser Hinsicht war der Comic auch eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit meiner eigenen Vergangenheit.

“Im Spiegelsaal” von Liv Strömquist

Laut Klappentext gehören Liv Strömquists Sachcomics zu den meist verkauften Graphic Novels weltweit. Was soll ich sagen, auch in meinen Regalen stehen alle Werke von ihr, die bisher auf Deutsch erschienen sind. Selbstverständlich darf da auch ihr neuester Comic “Im Spiegelsaal” nicht fehlen. Auf den ersten und zweiten Blick ähnelt der den vorhergehenden Bänden – und das ist Fluch und Segen zugleich.

“Celestia” von Manuele Fior

Manuele Fior wird als extrem wandelbarer Star der europäischen Graphic-Novel-Künstler*innen beschrieben. Er wechselt Zeichenstil und Arbeitsmaterial für jedes seiner Projekte. Auf Deutsch sind von ihm unter anderem “Fünftausend Kilometer in der Sekunde” und “Die Übertragung” im avant-verlag erschienen. Nun gibt es ganz frisch einen thematischen Nachfolger von “Übertragung”, und zwar “Celestia”, ein Riesenwerk mit fast 300 Seiten.

“Unerschrocken – Gesamtausgabe” von Pénélope Bagieu

Im Blick hatte ich die zwei “Unerschrocken”-Bände von Pénélope Bagieu schon länger. Wenn ich mich recht erinnere, waren sie zwischendurch vergriffen. Das ist zumindest die einzige logische Erklärung, warum die Reihe nicht längst in meinen Besitz gewandert ist. Feminismus und Comics, da stehe ich einfach drauf. Naja, im Nachhinein ist das gar nicht schlimm, denn Reprodukt hat eine glorreiche Gesamtausgabe der Portraits von Bagieu veröffentlicht. Glorreich, weil das Cover glänzend ins Auge sticht und die ganze Aufmachung sehr hochwertig ist. Die Dicke des Papiers – herrlich! Und die glänzende Prägung auf dem Cover…

Um ehrlich zu sein, ich hätte mir die Gesamtausgabe auch zugelegt, wenn die Einzelbände bereits in meinem Besitz gewesen wären. Schließlich versteckt sich ein ziemlicher Schatz zwischen diesen prächtigen Buchdeckeln (trage ich ein wenig zu dick auf? Ich denke nicht).

“Das Inferno” von Michael Meier

Die “Göttliche Komödie” von Dante Alighieri wird laut Wikipedia als eines der größten Werke der Weltliteratur angesehen. In jüngeren Jahren habe ich mich einmal ambitionierterweise daran versucht. Allerdings merkt mensch dem Text seine 700 Jahre deutlich an. Die unzugängliche Sprache zwang mich dazu, den Schinken schnell wieder zu vergessen – trotz der eigentlich ziemlich coolen Idee von der Reise durch die neun Kreise der Hölle. Bis heute finden sich Spuren der Göttlichen Komödie in der modernen Popkultur, zum Beispiel in Videospielen. Wie gut also, dass Michael Meier sich in seinem Comic “Inferno” aufmacht und den Stoff aktualisiert und gleichzeitig zugänglicher macht.

“The Impure – Buch 1” von Ralf Singh und Hannes Radke

Bis vor kurzem waren mir Ralf Singh und Hannes Radke noch kein Begriff. Obwohl beide schon seit mehreren Jahren (nicht nur) in der deutschsprachigen Comicbranche aktiv sind, waren sie bisher unter meinem Radar geblieben. Als ich dann aber zum ersten Mal von “The Impure” hörte, war ich sofort neugierig. Das Cover und die Sci-Fi-Geschichte um zwei Geschwister auf unterschiedlichen Seiten eines Krieges haben definitiv mein Interesse geweckt. Nach einer wohl sehr erfolgreichen Kickstarter-Kampagne ist nun Band 1 (von 4) bei Cross Cult erschienen und da stellt sich mir die Frage: Hält der Comic, was er verspricht?

Spider-Woman 1 – Familiengeheimnisse

Wohoo, endlich mal wieder ein Verriss! Ich versuche, schon vorab möglichst gründlich auszuwählen, was ich lese, um mir große Enttäuschungen möglichst zu ersparen. Allerdings mogelt sich trotzdem immer mal wieder etwas richtig Schlechtes darunter. Umso mehr Spaß macht das anschließende Schreiben der Rezension. Dieses mal ließ mich der aktuellste Spider-Woman Comic absolut fassungslos zurück. Gerade die ongoing Serien von Marvel und DC lassen ja immer wieder eine ziemliche Mittelmäßigkeit aufblitzen, trotzdem: Was zur Hölle hatte ich da gerade gelesen? Und warum hatte ich mir das bloß angetan? Aber von vorne…

“Elma – ein Bärenleben” von Ingrid Chabbert und Léa Mazé

Wow, was für ein tolles Cover! “Elma – ein Bärenleben” ist direkt der zweite Titel des aktuellen toonfish-Programms, auf den ich richtig Lust hatte. Die Geschichte von Elma stammt aus der Feder von Ingrid Chabbert, die sich ebenfalls für den hervorragenden Comic “Waves” (handelt von einem lesbischen Paar, das mit einer Fehlgeburt umzugehen versucht) verantwortlich zeigt, das kann ja nur gut werden!

“Enola Holmes Band 1” von Serena Blasco

Der toonfish-Imprint des Splitter Verlags hat sich auf Kinder- und Jugendcomics spezialisiert. Bisher hatte ich lediglich Bände aus dem Hauptverlag gelesen, aber das diesjährige Programm von toonfish war so gut, dass ich unbedingt reinschnuppern wollte. Meine erste Entdeckung war dabei die Comic-Adaption von „Enola Holmes“. Nachdem die Buchreihe bereits eine ziemlich coole Verfilmung für Netflix erhalten hat, gibt es sie jetzt sogar in Comicform.

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