Bücher

„Ich bin Gideon“ von Tamsyn Muir

Hand aufs Herz: Wann ist dir zum letzten Mal ein Buch beim Lesen nicht mehr aus dem Kopf gegangen? Wann hast du beim letzten Mal ständig an eine Geschichte gedacht, obwohl du das Buch gar nicht in der Hand hattest? Das war bei mir schon lange nicht mehr der Fall, bis… zu „Ich bin Gideon“ von der neuseeländischen Autorin Tamsyn Muir. Deshalb eine Warnung: Das hier wird weniger eine Rezension, als vielmehr eine Lobeshymne auf meine Favoritin für den Gewinn des diesjährigen HUGO-Awards.

„Frauen und Macht: Ein Manifest“ von Mary Beard

Angepriesen von der Zeit als ein Buch mit der „Sprengkraft einer handtaschentauglichen Kleinwaffe“, kommt „Frauen und Macht: Ein Manifest“ von Mary Beard erst einmal recht schmal daher. Was findet sich auf den 112 Seiten, das nicht bereits gesagt wurde, das feministische Debatten bereichert und dazu auch noch Sprengkraft hat?

„Die schwarze Schar“ von Nicholas Eames

In „die schwarze Schar“ gibt es keine Schar, nur eine Horde. Und die ist auch nicht schwarz, sie fault bloß langsam vor sich hin. Die Hauptfigur hat rotes Haar und nennt sich „die blutige Rose“, wiederzufinden im englischen Originaltitel des Buches, „Bloody Rose“. Das Problem mit den deutschen Titeln englischer Bücher ist nicht neu, das letzte Mal habe ich mich darüber bei Joe Abercrombies „Zauberklingen“ aufgeregt. Dieses Mal will ich den Ärger in Kreativität umwandeln und habe deshalb Ideen für einen passenderen Titel gesammelt:

  • Die blutige Rose (offensichtlich)
  • Die tote Horde (schließlich kommt eine tote Horde auch tatsächlich darin vor)
  • Vom Barden zum Helden. Ein Handbuch (Wer erschießt sonst schon einen Zyklopen mit einem einzigen Pfeil?)
  • Die Liebe in Zeiten der untoten Horde (hm… dank Corona zu ausgelutscht)
  • Wyldes Herz (im Buch ein Synonym für Abenteuerlust)
  • Girls just want to have fun (… und zwar ohne Ende!)

Falls die Stelle als Titelübersetzer*in bei Heyne (welch Zufall, selber Verlag wie bei den Zauberklingen) demnächst frei wird, meine Bewerbung ist hiermit eingereicht =)

„Prinzessinnenjungs“ von Nils Pickert

Manchen mag das Cover von „Prinzessinnenjungs“ vage bekannt vorkommen. Es geisterte vor ein paar Jahren durch die sozialen Medien. Darauf zu sehen: Feminist, Journalist und Vater Nils Pickert in einem Rock, an der Hand sein Sohn, in einem Kleid. Sein fünfjähriger Sohn trage gerne Röcke und er wolle ihm ein Vorbild sein und zeigen, dass das Tragen von Röcken okay sei. Und er wolle die unweigerlich aufkommenden Anfeindungen auf seine Schultern nehmen, statt auf die seines Sohnes. Dafür hat Pickert sowohl viel Zuspruch, als auch viele Anfeindungen abbekommen. Nun ist Pickerts „Pladoyer für die Freiheit von Geschlechterrollen in der Erziehung unserer Söhne“ erschienen. Die Resonanz wird wohl – leider – ähnlich ausfallen.

„Meine Schwester, die Serienmörderin“ von Oyinkan Braithwaite

Ein Cover, das anspricht mit einem gelungen grün-schwarz Kontrast. Ein prägnanter Titel, ein interessanter Klappentext und geschrieben von einer Frau. Dieses Buch erfüllte alle Voraussetzungen für einen Spontankauf im Buchladen (als Spontankäufe in Buchläden noch möglich waren). Meine Frau nahm es mit nach Hause und verschlang es in zwei Tagen. Nach ihrer Empfehlung musste ich „Meine Schwester, die Serienmörderin“ von Oyinkan Braithwaite unbedingt auch lesen.

„Brennender Fels“ von N.K. Jemisin

Nora K. Jemisin ist die erste Autorin überhaupt, die mit ihrer „Broken Earth“-Trilogie drei Jahre in Folge den HUGO Award gewonnen hat. Das spricht doch schon für sich. Band eins, „Zerrissene Erde“, habe ich bereits gelesen und war begeistert. Band zwei, „Brennender Fels“ ist Anfang Februar erschienen und ich wollte – nein, ich musste – unbedingt wissen, wie es weiter geht.

„Marianengraben“ von Jasmin Schreiber

Mit dem Erhalt von Jasmin Schreibers „Marianengraben“ ging für mich ein großer Bloggertraum in Erfüllung: Ich hielt plötzlich eine „Advance Reading Copy“ oder eine „Unkorrigierte Werkstattausgabe“, wie es wohl auf Deutsch heißt, in den Händen. Allein dafür hat sich das Bloggen seit bald einem Jahr schon gelohnt! Aber lohnt sich auch das Lesen des Buches, das am 28.02. als Hardcover in den Buchläden erscheint?

„Zauberklingen“ von Joe Abercrombie

Mein Buch des Jahres 2019 war „A Little Hatred“ von Joe Abercrombie und ich habe hier bereits ausführlich über das Buch geschwärmt, es war für mich das Buch des Jahres 2019 und ich habe bereits zwei signierte Editionen bei mir im Regal stehen. Seit dem 10. Februar ist nun auch die deutsche Übersetzung mit dem Titel „Zauberklingen“ im Buchhandel erhältlich. Dank dem Bloggerportal hatte ich das große Vergnügen, die Geschichte noch einmal auf deutsch zu lesen. Dabei fand ich die Übersetzung größtenteils sehr gelungen, bin aber von einer Entscheidung wahnsinnig genervt.

„Fuchs 8“ von George Saunders

Spontankauf im Buchladen: Das Cover sieht toll aus, der Klappentext interessant: Die Financial Times behauptet, „Fuchs 8“ könne auf wundersame Weise dazu beitragen, die Welt zu verändern. Weil das Buch in Plastik eingeschweißt ist, kann ich mir vom Inhalt keinen Eindruck verschaffen. Naja, mit der Verpackung verändert das Buch die Welt schon einmal nicht zum Positiven. Also, was war drin in der Wundertüte?

„Dispel Illusion“ von Mark Lawrence

Mark Lawrence hat im Jahr 2019 unglaublicherweise vier Bücher veröffentlicht (die ich alle gelesen habe), darunter die „Impossible Times“ Science-Fiction-Trilogie. Nachdem ich „One Word Kill“ und „Limited Wish“ hier im Buchwinkel bereits rezensiert habe, fehlt noch Teil drei, „Dispel Illusion“. Im Unterschied zu den beiden Vorgängern bleiben wir diesmal nicht nur in den 80er Jahren, sondern folgen den zentralen Charakteren bis ins Jahr 2011. Die gesamte Trilogie dreht sich um die Frage, ob Nick mithilfe einer waghalsigen Reise in die Vergangenheit seine geliebte Mia in der Gegenwart retten kann, oder ob all seine Bemühungen umsonst bleiben werden. Die ersten beiden Teile gefielen mir außerordentlich gut, ist also „Dispel Illusion“ der begeisternde Abschluss einer grandiosen Trilogie?

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