Mein Monatsrückblick: Juli 2022

Welche Jahreszeit ist eure Liebste? Bei mir hat auf jeden Fall der Herbst die Nase vorne: Der Sommer ist viel zu sch*** heiß, im Frühling blühen nicht nur die Blumen, sondern auch meine Allergien. Und die Farben machen den Herbst einfach noch ein wenig schöner als den Winter. Ihr könnt es euch vermutlich denken: Der Juli kommt recht weit hinten auf meiner Liste der besten Monate. Trotzdem gibt es auch diesen Monat einen kleinen Rückblick von mir.

“Fabulöse Fakten” von Daniela Schreiter

Was muss man tun, um Nacktmullkönigin zu werden? Warum sind Buckelwale Unterwasserheld*innen? Und woher haben Schmetterlinge eigentlich ihren Namen? Das alles (und noch viel mehr) lässt sich nachlesen in “Fabulöse Fakten” von Daniela Schreiter. Schreiter ist bekannt für ihre “Schattenspringer“-Comics, die auf grandiose Art und Weise über Autismus aufklären. Ihre Wissenschaftscomics sind aber mindestens genauso erwähnenswert. In “Fabulöse Fakten” werden wissenschaftliche Themen verständlich und schön illustriert aufbereitet. Das zu lesen ist ein Vergnügen für jedes Alter.

„Medusa und Perseus“ von André Breinbauer

Medusa die Schlangenköpfige, Medusa die Mörderin, Medusa das Monster. Den Göttern sein Dank, dass der heldenhafte Perseus, Sohn des Zeus, die Welt von diesem Ungeheuer befreit hat. Das ist die weit verbreitete (und zutiefst misogyn-patriarchale) Darstellung des Mythos um die Gorgone Medusa, die eigentlich nur eine Nebenfigur ist in den Geschichten um den heldenhaften Halbgott Perseus. Dass Medusa von Poseidon vergewaltigt und – als wäre das nicht schlimm genug – ohne eigenes Zutun von der Göttin Athene verflucht wird, dass sie sich auf eine einsame Insel zurückzieht und trotzdem Mann um Mann kommt, um sie zu vernichten, dass sie das vielleicht alles gar nicht wollte – geschenkt.

André Breinbauer möchte in seinem Comic den Mythos radikal anders (siehe Rückseite) erzählen und eine feministische Perspektive einbringen. Ob ihm das gelingt?

Mein Monatsrückblick: Juni 2022

Woop Woop! Ich habe es geschafft, unter 40 ungelesene Bücher zu kommen! Das war ein ganz ordentlicher Sprung diesen Monat. Das Ziel für die kommenden Monate lautet natürlich, das noch ein Stückchen weiter zu drücken. Die 30 knacke ich als nächstes! Hilfreich dafür sind unter anderem die kleinen Challenges wie das #sommerlochbingo von Gabriela.

“Völlig meschugge?!” von Andreas Steinhöfel und Melanie Garanin

Der Duden übersetzt “meschugge” als “nicht bei Verstand; verrückt”. Der Ursprung des Wortes kommt aus dem Hebräischen. Allein mit diesem Wort ist die Handlung des Comics “Völlig meschugge?!” schon ziemlich gut umrissen (siehe Inhaltsangabe). Ein ziemlich passender Titel also. Übrigens basiert der Comic auf einem Drehbuch, das unter demselben Titel auch für KiKA zu einer sechsteiligen Serie verfilmt wurde.

“Im Zeichen der Mohnblume – Die Erlöserin” von R. F. Kuang

Rebecca F. Kuangs “Poppy Wars”-Trilogie ist seit Mai diesen Jahres endlich auch in Deutschland vollständig erhältlich. Hier tragen die Bücher den Namen “Im Zeichen der Mohnblume” und jeweils andere Untertitel. “Die Schamanin” und “Die Kaiserin” habe ich hier auf dem Blog bereits rezensiert, jetzt folgt mit “Die Erlöserin” noch das große Finale rund um Rin, ihren Phönix und die chinesische Geschichte des 20. Jahrhunderts.

“Trip mit Tropf” von Josephine Mark

Dass Comics viel mehr sind als bloß ein Nischenthema für Nerds, kommt langsam auch in der breiten Öffentlichkeit an. Steter Tropfen höhlt den Stein undso. Comics waren schon immer viel mehr als irgendwelche Superhelden, die sich gegenseitig verkloppen. Zum Beispiel ist gerade im noch jungen Kibitz Verlag, der sich auf Kindercomics spezialisiert hat, der Comic “Trip mit Tropf” erschienen. Im Zentrum der Geschichte: der Road Trip eines krebskranken Kaninchens – gemeinsam mit einem Wolf. Kein leichtes Thema für eine Kindergeschichte.

„Sonnenseiten“ von Ana Penyas

Den Verlag “bahoe books” kannte ich bis vor kurzem überhaupt nicht. Eine Internetrecherche brachte immerhin hervor, dass der Verlag aus Wien kommt und schwerpunktmäßig zur Geschichte der Arbeiterbewegung veröffentlicht. Da passt der Comic “Sonnenseiten” gut zum Rest des Programms: Am Beispiel eines spanischen Küstendorfes zeigt Ana Penyas, dass im neoliberalen Kapitalismus als allererstes die Menschen auf der Strecke bleiben.

BRZRKR – Band 1

Neo, John Wick und Johnny Silverhand (aus dem Videospiel Cyberpunk 2077) haben eins gemeinsam: Sie alle werden von Keanu Reeves verkörpert. Cooler Typ (noch cooler mit Bart), der für Action und Blutvergießen steht. Nebenbei auch Bassist, Regisseur, Autor und – neuerdings – Erschaffer eines Comics. Der erste Band der als Trilogie angelegten Reihe “BRZRKR” ist jetzt erschienen.

Nebenbei: Ich habe die Ehre, zwei Exemplare des Comics verlosen zu dürfen! Ein Exemplar gibt es bei mir auf Twitter und eins auf Instagram zu gewinnen.

“Die Wächterinnen von New York” von N. K. Jemisin

Hin und wieder lässt sich jemand auf einen buddy read mit mir ein – was ganz wunderbar ist! Sich gemeinsam über eine gerade gelesene Stelle im Buch austauschen, die Erfahrungen und Ansichten anderer Lesender kennenlernen, das intensiviert ein Leseerlebnis durchaus. Mein jüngster buddy read fand statt mit Steffi von faanieliebri.de. Gemeinsam haben wir uns mit “Die Wächterinnen von New York” von N. K. Jemisin beschäftigt. Jemisin hat es mit ihrer Broken Earth-Trilogie als erste Autorin überhaupt geschafft, drei Jahre in Folge den HUGO-Award zu gewinnen, was eine unglaubliche Leistung ist. Klar, dass auch ihr gerade frisch auf Deutsch erschienenes neues Buch ein must read für mich ist.

Mein Monatsrückblick: April 2022

Um den vergangenen Monat mit den Worten von @fuchskind zusammenzufassen: “Der April war einfach ein einziger großer Ausnahmezustand für mich.” Allen voran der Ärger mit den Ex-Vermietern hat mich viele Nerven gekostet, so dass trotz Ostern keine Zeit oder auch keine Muße für Beiträge auf Blog oder Social Media vorhanden war. Deshalb erfolgt der Monatsrückblick diesen April auch in Kurzform. Ich hoffe, ich werde im Mai wieder mehr Kapazitäten für den Blog haben.

“Schildmaid – Das Lied der Skaldin” von Judith und Christian Vogt

In meiner Prognose zu den besten Büchern 2022 hatte “Schildmaid – Das Lied der Skaldin” von Judith und Christian Vogt einen festen Platz inne. Eine feministische Geschichte im Viking Age? Hörte sich schon beinahe zu gut an, um wahr zu sein. Als nun die Aufforderung kam, ich solle mit den Girls auf Viking gehen, wer wäre ich da, nein zu sagen?

“Das Orakel in der Fremde” von James A. Sullivan

Ende September vergangenen Jahres erschien “Das Erbe der Elfenmagierin” von James A. Sullivan, der Auftakt zu einer Dilogie, die jetzt mit “Das Orakel in der Fremde” ihren Abschluss findet. In meiner Rezension zum ersten Band hatte ich mich begeistert über die wertschätzende und hoffnungsvolle Stimmung im Buch gezeigt, woran der zweite Band nahtlos anknüpft. Aber der Reihe nach. Zuallererst bin ich sehr froh darüber, die Bände endlich signiert im Regal stehen zu haben! Wer das auch möchte, auf Twitter hat James mehr Infos dazu.

“Toubab – Zwei Münzen” von Núria Tamarit

Auf dem Cover des Comics “Toubab – Zwei Münzen” findet sich eine rothaarige weiße Frau inmitten Schwarzer Frauen, von denen viele ein Kopftuch tragen. Der Klappentext bezeichnet “Toubab” als preisgekrönte Ode an Toleranz und Offenheit. Das hat große Erwartungen in mir geweckt, aber auch ein wenig Sorge, ob der Comic diese Worten gerecht werden könne oder ob die Geschichte zu sehr in Stereotype und Vorurteile absinkt.

Fantasy-Hörbücher abseits des Mainstreams

Neulich habe ich im Audible Magazin eine beeindruckende Grafik zu Fabelwesen in der Fantasy-Literatur gesehen. Darauf: Welche Fantasiegeschöpfe in welchen Büchern vorkommen. Zwerge, Trolle, Einhörner und viele mehr werden in der Grafik beschrieben. Die meisten vorgestellten Fabelwesen versammeln übrigens Bernhard Hennen und Robert Corvus in ihrer Phileasson-Saga. Da scheint wirklich alles vorzukommen (wobei ich die Bücher weder gelesen noch gehört habe). Leider enthält die Audible-Grafik nur die ganz großen und bekannten Fantasyreihen. Da ich aber auf den Herrn der Ringe keine Lust mehr habe und von Harry P. gar nicht erst anfangen will, hier ein paar Fantasy-Hörbücher voller Fabelwesen, die noch nicht alle gehört haben.

„Silberklingen“ von Joe Abercrombie

Joe Abercrombies aktuelle Trilogie: Zauberklingen, Friedensklingen, Silberklingen. Goooott, kommt endlich von diesem Klingen-Zug runter, Heyne! Naja, immerhin hat Heyne diesmal alle Autor*innen des Buches auf den Titel bekommen #SichtbarkeitfürSullivan.

Von den Titeln einmal abgesehen ist Abercrombies aktuelle Trilogie aber wieder absolut lesenswert und der letzte Band übertrifft noch einmal meine Erwartungen. Im englischen Original lautet der Titel übrigens “The Wisdom of Crowds“ – 10 Punkte für die, die darin eine “Klinge“ finden.

“Sturmhöhe” von Yann und Edith

“Sturmhöhe” zählt zu den Klassikern des 19. Jahrhunderts. Der Roman ist auch in feministischer Hinsicht interessant, da er von Emily Brontë geschrieben wurde, die unter männlichem Synonym veröffentlichen musste und deren Schriften erst lange nach Brontës Tod Berühmtheit erlangten. Heute ist Brontë eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der englischen Romantik.

Nun haben es Klassiker (zumindest für mich) oft an sich, dass sie schwer zu lesen und schwerer zu genießen sind. Wie gut, dass jemand auf die Idee kam, „Sturmhöhe“ zum Comic umzuschreiben. Das macht ihn gleich wesentlich zeitgenössischer.

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